Zoo Zürich tötet zehn gesunde Dscheladas wegen Überpopulation im Gehege
Zoo Zürich tötet zehn gesunde Affen wegen Überpopulation

Zoo Zürich tötet zehn gesunde Dscheladas wegen Überpopulation im Gehege

Eine kontroverse und schwierige Entscheidung hat der Zoo Zürich getroffen: Zehn gesunde Dscheladas, auch bekannt als Blutbrustpaviane, wurden aus der Gruppe genommen und eingeschläfert. Der Grund dafür ist eine zu große Population, die zu erheblichen Problemen im Gehege führte.

Konflikte durch zu viele Tiere

Die Gruppe der sehr sozialen Dscheladas war auf insgesamt 48 Tiere angewachsen. Laut Angaben des Zoos war diese Anzahl für das vorhandene Gehege schlichtweg zu groß. In der Folge kam es wiederholt zu ernsthaften Konflikten und Kämpfen zwischen den Affen, was das Wohlbefinden der gesamten Gruppe beeinträchtigte.

Im Herbst des vergangenen Jahres 2025 hatte der Zoo noch versucht, sechs Tiere an andere Tierparks zu vermitteln, um die Situation zu entschärfen. Doch zuletzt fand sich keine Einrichtung mehr, die weitere Dscheladas hätte aufnehmen können. Der Zoo sah daher keine andere Möglichkeit, als die zehn Affen zu töten.

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Ablauf der Tötung und weitere Verwendung

Die ausgewählten Dscheladas wurden aus der Gruppe entnommen, betäubt und anschließend schmerzlos eingeschläfert. Die Kadaver werden nicht einfach entsorgt, sondern wissenschaftlichen Einrichtungen für Forschungszwecke überlassen. Dies dient dazu, einen Beitrag zur Wissenschaft zu leisten und die Art besser zu verstehen.

Zucht zur Arterhaltung und genetischen Vielfalt

Warum wurde der Nachwuchs nicht bereits im Vorfeld gestoppt, um eine solche Überpopulation zu vermeiden? Der Zoo Zürich begründet die Zucht mit dem wichtigen Ziel der Arterhaltung und der Bewahrung der genetischen Vielfalt innerhalb der europäischen Zoopopulationen. Dscheladas sind eine besondere Affenart, die ausschließlich in den Hochebenen Äthiopiens in freier Wildbahn vorkommt.

Obwohl sie aktuell noch nicht auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen, ist ihr Bestand von geschätzten 30.000 Tieren stark rückläufig. Der Lebensraum wird zunehmend vom Menschen eingenommen, was die Situation in der Wildnis verschärft. Zudem ist für das komplexe Sozialverhalten der Dscheladas ein ständiger Nachwuchs in der Gruppe von Bedeutung, wie der Zoo erläutert.

Interessant ist dabei das Fortpflanzungsverhalten: Über den Zeitpunkt der Paarung entscheiden die Weibchen, und dann gebären sie alle fast zeitgleich. Dies führt dazu, dass der Nachwuchs gemeinsam aufwächst, was die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppe stärkt, aber auch schnell zu einer Überbevölkerung führen kann, wenn keine natürlichen Feinde oder räumliche Begrenzungen vorhanden sind.

Die Entscheidung des Zoos Zürich wirft somit grundsätzliche Fragen auf über den Umgang mit Tieren in Gefangenschaft, die Balance zwischen Arterhaltung und Populationskontrolle sowie die ethischen Grenzen von Zuchtprogrammen in zoologischen Einrichtungen.

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