Greifswald: Aus Acker wird Blütenwiese für Mensch und Biene
Greifswald: Aus Acker wird Blütenwiese

In Greifswald verwandelt sich ein ehemaliger Luzerne-Acker in einen artenreichen Naturerlebnisraum. Auf rund drei Hektar am Studentensteig entsteht eine Blühfläche, die Lebensraum für Wildbienen, Honigbienen und zahlreiche weitere Insekten bieten soll. Gleichzeitig profitieren die Bürger von Erholungspfaden, die ab Mitte Mai zugänglich sind.

Schüler und Studenten gestalten mit

Das Interesse an Blühflächen in und um Greifswald ist groß. Wildbienenexperte Christoph Kornmilch bestätigt: „Bereits jetzt ist das Interesse an der Blühflächenentwicklung riesig. Wir freuen uns in den nächsten Wochen auf gemeinsame Projekttage von Schulklassen, wie etwa der Käthe-Kollwitz-Schule, und Studierenden der Universität Greifswald.“ Auch Marcus Vogt, Leiter des Naturkindergartens in Eldena, zeigt sich begeistert: „Mit dem Blühacker gewinnen wir einen neuen Naturbeobachtungsraum für unsere Kinder.“

Die Einsaat erfolgt Mitte Mai mit einer speziell zusammengestellten Blühmischung aus 43 Pflanzenarten, darunter Acker-Glockenblume und Wegwarte. Im Laufe des Jahres soll sich daraus ein vielfältiger Lebensraum entwickeln. Ergänzend werden Wege angelegt und Informationstafeln zu ökologischen Besonderheiten aufgestellt.

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Wissenschaftliche Begleitung und Förderung

Professor Wolfgang Kesselheim von der Universität Greifswald erklärt: „Wichtig ist uns nicht nur, die Veränderung der Biodiversität der Fläche zu untersuchen, sondern auch, wie sich der Blick der Menschen auf die Fläche von ‚Acker‘ zu ‚Naherholungs- und Naturerlebnisraum‘ verändert! Die Angebote auf der Blühfläche helfen uns zu lernen, wie wir Wissen über die Zusammenhänge einer gesunden Umwelt auf unsere Gesundheit noch besser vermitteln können.“ Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch Prof. Dr. Kesselheim und Dr. Marc Schäfer vom Friedrich-Loeffler-Institut.

Das Projekt „BioDi-OH“ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Initiative One-Health-Region Vorpommern gefördert. Um die Fläche langfristig zu erhalten, hat der Bauernverband Ostvorpommern ein Projektkonto eingerichtet. Unternehmen, Anwohner und Unterstützer können sich mit finanziellen Mitteln, Sachspenden oder praktischer Hilfe beteiligen. Ziel sei es, aufzuzeigen, wie Biodiversitätsförderung, Naherholung und landwirtschaftliche Nutzung sinnvoll kombiniert werden können.

Unterstützer gesucht

Anne Vaegler, Sprecherin des regionalen Bauernverbandes, erklärt: „Da das Projekt gerade erst startet, lassen sich die genauen finanziellen und materiellen Bedarfe derzeit noch nicht abschließend beziffern.“ Sie betont jedoch, dass eine starke regionale Unterstützung entscheidend sei. Thomas Beil, Geschäftsführer der Greifswalder Agrarinitiative, ergänzt: „Die Landwirte rund um Greifswald schaffen gerne solche Blühflächen für die Natur und die Menschen in der Stadt. Wir hoffen dafür viele Unterstützer zu gewinnen, am besten langfristig.“

Wer Eldena lebenswerter machen, die Biodiversität fördern und vor der eigenen Haustür sichtbare Werte schaffen möchte, kann sich jetzt konkret einbringen – sei es durch finanzielle Beiträge, Sachspenden oder praktisches Engagement. Interessierte können sich per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 03834 420 3415 bei Ansprechpartnerin Jana Brendecke melden.

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