Umweltminister Goldschmidt ruft zu freiwilligem Spritsparen auf
Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Energiekosten hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt die Bevölkerung zum Spritsparen aufgerufen. Der Grünenpolitiker betonte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass jeder nicht verbrauchte Liter Benzin, Diesel oder Kerosin dazu beitrage, Knappheiten vorzubeugen und die Preise zu dämpfen.
Appell zum Osterreiseverkehr
„Wer freiwillig selbst einen Beitrag leisten möchte, kann das im anstehenden Osterreiseverkehr tun“, erklärte Goldschmidt. Er schlug konkret vor, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Dieser Aufruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem viele Familien traditionell verreisen und der Verkehr auf den Straßen deutlich zunimmt.
Scharfe Kritik an Bundesenergiepolitik
Der Umweltminister kritisierte die Energiepolitik der schwarz-roten Bundesregierung in scharfen Worten. „Die Internationale Energieagentur und die EU-Kommission fordern angesichts der Knappheit an den Energiemärkten zum Sparen auf. Und was macht die Bundesregierung? Sie geht auf Tauchstation“, monierte Goldschmidt.
Besonders deutlich wurde seine Kritik an konkreten Maßnahmen der Bundesregierung: „Sie feiert, als wäre nichts gewesen, die Senkung der Luftverkehrsteuer und Lockerungen beim Verbrenner-Aus – während in Südostasien Familien angesichts der Energiekrise um ihre Existenz bangen.“
Vorwurf des „dröhnenden Schweigens“
Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, beide von der CDU, warf der Grünenpolitiker „dröhnendes Schweigen“ vor. „Das Festhalten an Diesel und Kerosin inmitten der Energiekrise ist pure Ideologie“, so Goldschmidt weiter.
Er forderte mehr Solidarität ein: „Deutschland müsse solidarisch sein. Und dazu gehört eine Bundesregierung, die ihrer Verantwortung nachkommt, ebenso wirksame wie bürgerfreundliche Sparvorschläge zu machen.“
Kritik an verunsichernder Politik
Goldschmidt kritisierte zudem, dass die Bundesregierung statt den Umstieg auf heimische, grüne Energien zu beschleunigen, wichtige Branchen verunsichere. „Die Bundesregierung verunsichert Heizungsbauer, Windbranche und Autokäufer durch unausgegorene und realitätsferne Vorschläge und drängt sie zum Abwarten“, erklärte er.
Seine Prognose fiel düster aus: „Wir reiten damit sehenden Auges immer tiefer in die Krise – obwohl der Weg in eine gute und lebenswerte Zukunft klar ist und einfach nur beschritten werden müsste.“
Forderung nach erneuerbaren Energien
Der Umweltminister betonte die Bedeutung erneuerbarer Energien für Deutschlands Zukunft: „Deutschland werde mittelfristig nur mit mehr Wind- und Solarenergie ein sicheres und bezahlbares Land bleiben.“ Diese Aussage unterstreicht seine Forderung nach einer konsequenteren Energiewende und einer Abkehr von fossilen Brennstoffen.
Der Aufruf zum Spritsparen und die scharfe Kritik an der Bundesregierung zeigen die wachsenden Spannungen in der Energiepolitik zwischen Landes- und Bundesebene, insbesondere zwischen grünen und schwarz-roten Positionen.



