Kirchenkreis Mecklenburg setzt auf erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit als Klimavorreiter
Kirche in Mecklenburg wird Vorreiter beim Klimaschutz

Kirche in Mecklenburg übernimmt Vorreiterrolle im Klimaschutz

Mit einer über tausendjährigen Tradition mag die Kirche in Mecklenburg manchem als althergebracht erscheinen, doch in puncto Zukunftsfähigkeit setzt sie deutliche Zeichen. Der Kirchenkreis Mecklenburg, der mit rund 200 Gemeinden der größte innerhalb der Nordkirche ist, gilt als führend im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Konkrete Maßnahmen für eine grüne Zukunft

Solaranlagen auf Kirchendächern, Windräder auf Kirchenland und der Einsatz von Elektroautos sind nur einige Beispiele für das Engagement. Am Haus der Kirche in Güstrow wurde eine E-Tankstelle installiert, und Gebäude wie das Pfarrhaus der Domgemeinde Güstrow sowie die Backsteinkirche in Zernin bei Bützow verfügen über moderne Solaranlagen. Christian Meyer, Sprecher des Kirchenkreises, betont, dass bei Finanzentscheidungen ökologische und soziale Kriterien gleichberechtigt mit ökonomischen Aspekten berücksichtigt werden.

Wolfgang von Rechenberg, Geschäftsführer des Kirchlichen EnergieWerks, berichtet von mehr als 20 Verträgen zur Nutzung kirchlicher Grundstücke für Windenergie, wobei weitere Gespräche laufen. Durch die Partnerschaft mit dem regionalen Energieversorger Wemag bleibt die Wertschöpfung in der Region. Auch die finanzielle Beteiligung von Kommunen wird begrüßt.

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Schöpfungsverantwortung als Leitmotiv

Regina Möller, Referentin für Zukunftsfähiges Wirtschaften, erklärt, dass der christliche Schöpfungsgedanke im Mittelpunkt steht. Es geht um den Schutz von Tierarten, Gewässern und Böden. „Wir alle wissen, wie dramatisch inzwischen die Situation ist“, sagt sie. Die Kirche mit ihren großen Landflächen, Pfarrgärten und Gebäuden kann einen erheblichen Beitrag leisten, beispielsweise durch die Schaffung von Lebensräumen für Eulen in Kirchtürmen.

In den Gemeinden wird auf sparsames Wirtschaften geachtet, etwa durch die Nutzung von Second-Hand-Produkten und umweltfreundlichen Reinigungsmitteln. Die Christophorus-Gemeinde Laage wurde als ökofaire Gemeinde ausgezeichnet und dient als Vorbild.

Klimafachtagung zur Positionierung

Am Samstag, dem 7. März, findet in Güstrow eine Klimafachtagung statt, bei der sich die Kirche klar positionieren will. Themen sind Klimagerechtigkeit, Schöpfungsbehutsamkeit und nachhaltiges Bauen gemäß dem Bibelspruch „Suchet der Stadt Bestes“. Ziel ist es, eine Bereitschaft zur Beendigung der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu wecken, ohne dabei den Denkmalschutz zu vernachlässigen. Auch die zunehmenden Konflikte mit Gegnern von Wind- und Solaranlagen werden thematisiert.

Die Tagung in der Viehhalle Güstrow bietet Vorträge, Workshops und Informationsangebote, darunter einen Beitrag von Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen sind online möglich.

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