Niedersachsens Klimarat startet mit erster Sitzung: Experten und Bürger beraten gemeinsam
Niedersachsens Klimarat startet mit erster Sitzung

Niedersachsens Klimarat nimmt die Arbeit auf: Erste Sitzung steht bevor

Für mehr Klimaschutz in Niedersachsen wird in Kürze ein neues Expertengremium seine Arbeit aufnehmen. Der neu gegründete Klimarat plant für den 17. April in Hannover seine erste konstituierende Sitzung. Dieses Projekt der rot-grünen Landesregierung vereint wissenschaftliche Expertise mit praktischer Erfahrung aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

Zusammensetzung und Aufgaben des Klimarates

Der 15-köpfige Rat setzt sich aus sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie neun Verbandsvertretern zusammen. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, die Landesregierung bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen – und zwar praxisnah, sozial ausgewogen und wissenschaftlich fundiert, wie die Staatskanzlei betont. Besonders innovativ ist die Einbeziehung von 60 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, die die Empfehlungen des Rates einem sogenannten "Praxischeck" unterziehen sollen.

Bürgerbeteiligung als zentrales Element

Umweltminister Christian Meyer (Grüne) unterstreicht die Bedeutung dieser partizipativen Herangehensweise: "So stellen wir sicher, dass die besten Ideen aus den unterschiedlichen Perspektiven in die Klimapolitik des Landes einfließen", erklärt er. "Das ist ein wichtiger Schritt für wirksamen Klimaschutz in Niedersachsen. Wir wollen Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen umsetzen – und nicht über ihre Köpfe hinweg."

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Die Auswahl der Bürger erfolgt durch ein Losverfahren aus den Melderegistern, wobei auf Repräsentativität geachtet wird:

  • Berücksichtigung von Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund
  • Ausgewogene Bildungs- und regionale Verteilung
  • Teilnahme ab 16 Jahren möglich

Arbeitsweise und Zeitplan

In der ersten Sitzung wird der Klimarat zunächst eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden wählen. Anschließend ist geplant, dass sich das Gremium mindestens zweimal jährlich trifft – den genauen Turnus legt der Rat selbst fest. Für den Bürgerrat sind insgesamt fünf Sitzungen vorgesehen:

  1. Präsenzsitzungen an Wochenenden in Hannover
  2. Digitale Formate unter der Woche am Nachmittag und Abend

Einzigartiges Modell in Deutschland

Das Umweltministerium bezeichnet diese Form der Bürgerbeteiligung in Klimafragen als "einzigartig in Deutschland". Durch die Kombination von wissenschaftlicher Expertise, praktischer Verbandserfahrung und direkter Bürgerbeteiligung soll der demokratische Dialog gestärkt werden. Wann der Klimarat seine ersten konkreten Empfehlungen vorlegen wird, steht noch nicht fest.

Die Mitglieder des Klimarates

Wissenschaftliche Mitglieder:

  • Prof. Dr. Anne Schierenbeck (Hochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Ann-Kathrin Kößler (Leibniz Universität Hannover)
  • Prof. Dr. Bernd Engel (Technische Universität Braunschweig)
  • Prof. Dr. Barbara Lenz (Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Prof. Elisabeth Endres (Technische Universität Braunschweig)
  • Dipl.-Ing. agr. Bernhard Osterburg (Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume)

Verbandsvertreter:

  • Jens Palandt (Region Hannover)
  • Bianca Beyer (Unternehmerverbände Niedersachsen)
  • Björn Schaeper (IHK Niedersachsen)
  • Gunter Stegemann (Handwerkskammer Hannover)
  • Susanne Gerstner (BUND Niedersachsen)
  • Prof. Dr. Holger Buschmann (Nabu Niedersachsen)
  • Dr. Nataly Jürges (Landesbauernverband)
  • Prof. Dr. Silke Bothfeld (Hochschule Bremen)
  • Dr. Marie Kajewski (Caritasverband für die Diözese Hildesheim)

Mit diesem breit aufgestellten Gremium will Niedersachsen neue Wege in der Klimapolitik beschreiten und dabei sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch gesellschaftliche Realitäten berücksichtigen. Die erste Sitzung am 17. April markiert den Startschuss für dieses ambitionierte Projekt.

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