Prignitz stellt Klimaschutzkonzept vor: Landkreis will bis 2045 klimaneutral werden
Prignitz: Klimaschutzkonzept für Klimaneutralität bis 2045

Prignitz auf dem Weg zur Klimaneutralität: Konzept mit konkreten Maßnahmen

Der Landkreis Prignitz hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2045 will die Region klimaneutral werden. Dazu wurde nun der Entwurf für ein umfassendes Klimaschutzkonzept vorgelegt, der kürzlich im Umweltausschuss des Kreistags beraten wurde. Das Konzept soll vor allem innerhalb der Kreisverwaltung für erhebliche Energieeinsparungen sorgen und den CO₂-Fußabdruck der Region deutlich reduzieren.

Überdurchschnittlicher CO₂-Verbrauch in der Prignitz

Stefan Rosin, Klimaschutzmanager des Landkreises, machte deutlich, dass die Prignitz beim CO₂-Ausstoß hinterherhinkt. „Jeder Einwohner verbrauchte im Jahr 2023 im Schnitt 10,2 Tonnen CO₂ pro Jahr - bundesweit sind es nur 8,1 Tonnen“, erklärte Rosin. Als Hauptgrund nannte er die besondere Struktur der Region: „Wir sind ein Flächenlandkreis, und dementsprechend hat die Mobilität einen sehr großen Einfluss auf den CO₂-Ausstoß.“ Anders als in größeren Städten können Bürger in der Prignitz kaum auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Ein weiterer Faktor könnte die Altersstruktur sein. Mit einem hohen Anteil älterer Einwohner fehlt es möglicherweise an Motivation oder finanziellen Mitteln für umfangreiche Gebäudesanierungen. „Das sind verschiedenste Gründe, die wir in der Tiefe betrachten wollen“, so Rosin weiter.

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Begrenzte Handlungsspielräume des Landkreises

Der Landkreis sieht sich mit eingeschränkten Einflussmöglichkeiten konfrontiert. „Wir als Landkreis können nur in Bezug auf unsere eigenen Tätigkeiten aktiv werden“, erläuterte Rosin. Das betrifft vor allem den öffentlichen Nahverkehr, die Abfallwirtschaft und kreiseigene Liegenschaften. Private Haushalte und Industrieunternehmen liegen außerhalb des direkten Einflussbereichs der Kreisverwaltung.

Trotz dieser Einschränkungen wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. So gibt es seit vergangenem Jahr eine Photovoltaikanlage auf dem Parkplatz am Kreiskrankenhaus in der Dobberziner Straße. Auch das Klimaanpassungskonzept und das Fördermittelmanagement sind bereits gestartet.

Fünf Handlungsfelder für den Klimaschutz

Innerhalb der Kreisverwaltung wurden fünf zentrale Handlungsfelder identifiziert:

  1. Interne Organisation: Klimafreundlicher Fuhrpark mit Hybrid- oder Elektrofahrzeugen und weitere Digitalisierung zur Papierersparnis
  2. Kommunale Liegenschaften: Sanierung von Dienstgebäuden und Schulen sowie Umstellung auf moderne Heizsysteme
  3. Versorgung: Identifizierung weiterer Standorte für Photovoltaikanlagen, etwa auf Deponien in Wittenberge und Spiegelhagen
  4. Übergeordnete Strategien: Radverkehrskonzept und Beratung zu Fördermitteln für Städte, Gemeinden und Vereine
  5. Öffentlichkeitsarbeit: Umwelt- und Klimabildung trotz eingeschränkter Handlungsmöglichkeiten

Klimawandel als treibende Kraft

Die Notwendigkeit zum Handeln ist für Rosin unbestreitbar. „Die Durchschnittstemperaturen sind in den letzten Jahren immer mehr gestiegen“, betonte der Klimaschutzmanager. Auch beim Niederschlag gebe es zunehmend Extremereignisse. Die Prignitz ist bereits heute von Klimaveränderungen betroffen - durch längere Hitzewellen, Trockenperioden, Dürre oder Hochwasser.

Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen hängt laut Rosin maßgeblich von den verfügbaren finanziellen und personellen Ressourcen ab. Dennoch ist der Landkreis entschlossen, seinen Beitrag zur nationalen Klimaneutralität bis 2045 zu leisten und die Lebensqualität in der Region nachhaltig zu verbessern.

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