Thüringen rühmt sich oft als waldreiches Bundesland und vermarktet sich mit dem Logo „Grünes Herz“. Doch ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im europäischen Vergleich liegt der Freistaat beim Waldanteil unter dem Durchschnitt. Das Statistische Landesamt hat anlässlich des Europatags am Samstag Daten veröffentlicht, die dies belegen.
Waldanteil unter EU-Durchschnitt
Nur etwa ein Drittel der Thüringer Fläche ist mit Wald bedeckt. Das entspricht einem Anteil von rund 33 Prozent. Damit liegt Thüringen unter dem EU-Durchschnitt von 41 Prozent. Länder wie Finnland treiben den EU-Mittelwert mit einem Waldanteil von 66 Prozent deutlich nach oben. Auch Schweden und Slowenien weisen höhere Werte auf. Thüringen hingegen bleibt hinter vielen anderen Regionen zurück.
Landwirtschaftsfläche überdurchschnittlich
Anders sieht es bei der Landwirtschaftsfläche aus: Hier liegt Thüringen mit 30,1 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt von 22,5 Prozent. Im Vergleich aller EU-Länder belegt das kleine Bundesland damit den achten Platz. Den Spitzenplatz nimmt Dänemark mit 44,8 Prozent Agrarfläche ein. Die Landwirtschaft spielt in Thüringen also eine überdurchschnittlich große Rolle.
Thüringen im EU-Flächenvergleich
Thüringen erstreckt sich über eine Fläche von 16.201 Quadratkilometern. Das entspricht 0,4 Prozent der gesamten EU-Fläche. Zum Vergleich: Malta kommt auf 0,01 Prozent, Zypern auf 0,2 Prozent. Trotz seiner geringen Größe hat Thüringen also eine beachtliche landwirtschaftliche Nutzung vorzuweisen. Der Freistaat grenzt an den Thüringer Wald, das Schiefergebirge, die Rhön und den Südharz – Regionen, die für ihre Natur bekannt sind.
Die Daten des Statistischen Landesamtes zeigen: Thüringen ist nicht so waldreich, wie oft behauptet wird. Der Slogan „Grünes Herz“ mag auf die Landschaft anspielen, doch der Waldanteil ist eher durchschnittlich. Dafür punktet das Land mit einer überdurchschnittlich hohen Landwirtschaftsfläche, die für die Region von großer Bedeutung ist.



