Georgische Bande stiehlt russische Klassiker: Haftstrafen in Frankreich
Georgier für Diebstahl russischer Literatur verurteilt

Georgische Fälscherbande verurteilt: Russische Literaturklassiker gestohlen und ausgetauscht

In Frankreich sind sechs georgische Staatsbürger zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie wertvolle Originalausgaben russischer Literatur aus Bibliotheken gestohlen und durch Fälschungen ersetzt hatten. Die Täter schlugen in fünf Ländern zu, darunter Deutschland, die Schweiz, Polen und Tschechien.

Urteil in Paris

Die sechs Angeklagten – fünf Männer und eine Frau – wurden in der Nacht auf Samstag wegen krimineller Verschwörung mit der Absicht, eine Straftat zu begehen, für schuldig befunden. Einige von ihnen wurden zusätzlich wegen Diebstahls ausgestellter Kulturgüter verurteilt. Die Haftstrafen reichen bis zu sieben Jahren. Zwei Angeklagte wurden in Abwesenheit verurteilt, da sie sich bereits in Georgien in Haft befinden, das seine Bürger nicht ausliefert. Zwei weitere waren bereits in anderen Ländern wegen ähnlicher Verbrechen verurteilt und wurden vorübergehend nach Frankreich überstellt.

Diebstähle in Frankreich

Die Diebstähle in Frankreich ereigneten sich 2023 in der Diderot-Bibliothek der École Normale Supérieure in Lyon sowie in der Nationalbibliothek Frankreichs (BnF) und der Universitätsbibliothek für Sprachen und Zivilisationen (Bulac) in Paris. Die Diebe maßen und fotografierten seltene Werke, um sie später durch Fälschungen zu ersetzen. Ein Haupttäter, Micheil S., suchte zwischen März und Oktober 2023 insgesamt 40 Mal die Nationalbibliothek auf, um Einsicht in Puschkin-Manuskripte zu nehmen, angeblich für Forschungen zur Demokratie in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Im November stellte die Bibliothek fest, dass neun Werke durch Fälschungen ersetzt worden waren, was einen Schaden von rund 650.000 Euro verursachte.

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Internationale Dimension

Die Staatsanwaltschaft betonte den internationalen Charakter des Falls und erklärte, die Diebstähle seien massiv, organisiert, geplant und mit Sorgfalt und Zynismus durchgeführt worden. Die Beute umfasste Werke von Alexander Puschkin, Nikolai Gogol und Michail Lermontow im Gesamtwert von mehreren Millionen Euro. Gegen die Angeklagten laufen Verfahren in mehreren europäischen Ländern. Die höchste Strafe erhielt Micheil S. mit sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Einreiseverbot nach Frankreich. Er war bereits in Litauen wegen ähnlicher Taten zu drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden.

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