An diesem Rosenmontag rollen in Köln, Düsseldorf, Mainz und anderen Städten die Karnevalszüge. Besonders erwartet wird der Putin-Wagen des Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly. Tilly wird seit Monaten in Moskau wegen angeblicher Verunglimpfung russischer Staatsorgane strafrechtlich verfolgt. Ihm drohen Geldstrafe oder bis zu zehn Jahre Haft.
Tilly erklärte, er sei Drohungen gewohnt und lasse sich nicht einschüchtern. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst kritisierte das Verfahren scharf und rief zur Solidarität auf. In Köln und Mainz verzichten die Organisatoren dagegen auf Putin-kritische Wagen. Das Kölner Festkomitee bestritt, dies geschehe aus Angst vor Repressalien. In Mainz hieß es, man wolle Redundanz vermeiden, da Putin und der Ukraine-Krieg bereits früher thematisiert wurden.
In Mainz werden auf elf Motivwagen unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und US-Präsident Donald Trump satirisch dargestellt. Rund 600.000 Besucher werden erwartet. Tilly betonte, er habe als Reaktion auf den Prozess keine extremen Wagen gebaut: „Wir machen einfach gute politische Satire, so wie immer.“ Der Rosenmontag sei ein harter Arbeitstag, aber durch den Prozess sei nach Aschermittwoch nicht alles vorbei.



