Kulturzentrum in Potsdam: Rechenzentrum darf bis 2033 bleiben
Das Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum in Potsdam, das direkt neben dem wiederaufgebauten Garnisonkirchturm liegt, darf nach einem Kompromissvorschlag bis 2033 bestehen bleiben. Dies vereinbarte Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) nach Angaben der Stadt mit der Stiftung Garnisonkirche und der Betreiberin des Rechenzentrums. Nun müssen die Stadtverordneten dem Vorschlag zustimmen. Ohne einen entsprechenden Beschluss wäre die Nutzung des Rechenzentrums ab dem 1. August dieses Jahres nicht mehr zulässig.
Bebauungsplanänderung als Grundlage
Die Grundlage für die weitere Nutzung des Rechenzentrums ist die Änderung eines Bebauungsplans. Die Stadt stellt jedoch klar: „Mit Ende der Befristung gelten die Ziele des bisherigen Bebauungsplans fort.“ Teil dieses Plans ist ein Abriss des Gebäudes. Die verlängerte Nutzung hat zudem einen Preis: Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin „Walter May“ (SPI) stimmt einer Vereinbarung über die finanziellen Auswirkungen der Grundstücksnutzung zu. Die Stiftung Garnisonkirche wiederum willigt in die Fortsetzung des Konzessionsvertrages mit der Stiftung SPI um sieben Jahre ein.
Bundespräsident für Erhalt des Rechenzentrums
Der Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam ist aufgrund der Vergangenheit des Ortes umstritten. Am sogenannten „Tag von Potsdam“ im Jahr 1933 reichte Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vor der Garnisonkirche die Hand. Vor rund zwei Jahren wurde der wiedererrichtete Kirchturm eröffnet. Er grenzt direkt an das Rechenzentrum, das zu DDR-Zeiten gebaut wurde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach sich überraschend dafür aus, dass das Rechenzentrum erhalten bleibt.
Der Kompromissvorschlag sieht vor, dass das Kulturzentrum noch bis 2033 weitergenutzt werden kann. Danach sollen die ursprünglichen Bebauungspläne wieder greifen, die einen Abriss vorsehen. Die Stadtverordneten müssen nun über den Vorschlag entscheiden.



