Nach wochenlangen Turbulenzen steht fest: Tricia Tuttle bleibt Intendantin der Berlinale. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer teilte im Kulturausschuss des Bundestags mit, dass man sich mit Tuttle und dem Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) über die Zukunft des Filmfestivals geeinigt habe.
Zuvor hatte es Berichte über einschränkende Vorgaben gegeben, die Tuttle akzeptieren müsse. Laut Weimer handelt es sich dabei um ein „beratendes Forum“ und die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes, der für alle Kulturveranstaltungen des Bundes gelten soll. Weimer sprach von „Empfehlungen“ zur Stärkung des Festivals.
Nach SPIEGEL-Informationen hatte Weimer zuvor die Absetzung Tuttles forciert, konnte sich aber nicht durchsetzen. Die gefundene Lösung sei gesichtswahrend für alle Beteiligten. Weimer zeigte sich zuversichtlich, dass die Turbulenzen der vergangenen Wochen beendet werden könnten.
Berichte über Tuttles mögliche Ablösung hatten in der Kulturszene für Empörung gesorgt. Führende Festival-Direktoren, darunter Thierry Frémaux von den Filmfestspielen in Cannes, solidarisierten sich mit Tuttle und unterstützten ihren Wunsch, weiterhin als Festivaldirektorin tätig zu sein.
Hintergrund der Debatten sind Äußerungen des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib bei der Abschlussgala, der der Bundesregierung vorwarf, Partner „des Völkermords im Gazastreifen“ zu sein. Weimer und andere verurteilten die Äußerungen.



