Theater auf Schienen: „Hüttenwerk“ erzählt Stahlgeschichte
Theater auf Schienen: „Hüttenwerk“ erzählt Stahlgeschichte

Die Geschichte und Gegenwart der Stahlindustrie in Ost und West steht im Mittelpunkt einer ungewöhnlichen Theaterinszenierung. Die Künstlergruppe „Das Letzte Kleinod“ realisiert mit dem Kleist Forum aus Frankfurt (Oder) das dokumentarische Theaterstück „Hüttenwerk“. Spielort ist ein Güterzug, der quer durch Deutschland touren wird. Die Premiere ist am 24. Mai auf dem Güterbahnhof in Frankfurt (Oder) geplant.

Auf und in den Waggons gibt das Eisenbahntheater Einblick in die damalige Vorzeigeindustrie der DDR und die Verbindungen zum Westen. Die Inszenierung basiert auf Berichten von ehemaligen Werktätigen des Eisenhüttenkombinats Ost in Eisenhüttenstadt – heute Arcelor Mittal. Aktuell finden dort Vorproben statt.

„Arcelor Mittal hat uns die Schranken geöffnet, dass wir uns in verschiedenen Bereichen des Werkes umschauen dürfen – sowohl am Hochofen, als auch auf den Gleisen der Werksbahn oder im Kaltwalzwerk“, erklärt Regisseur Jens-Erwin Siemssen. Es gehe darum, die Hintergründe der Stahlindustrie noch besser zu verstehen.

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Ein weiteres Anliegen sei es, sich mit dem damaligen Leben der Menschen zu beschäftigen und die sozialen Bedingungen zu beleuchten. Die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte sei heute nur noch marginal vorhanden. „Wir wollen diese Zeit noch einmal fokussieren, weil wenn man nach hinten guckt, kann man auch nach vorn gucken“, so Siemssen.

Weitere Vorstellungen von „Hüttenwerk“ sind in diesem Jahr in Magdeburg, Gräfenhainichen, Salzgitter, Duisburg und Brake geplant. Produktionsstätte der Theatergruppe ist der Bahnhof Geestenseth an der Bahnlinie von Bremerhaven nach Buxtehude. Im Stellwerk, in den Warteräumen, im Güterschuppen und in den eigenen Waggons werden die Inszenierungen konzipiert und vorbereitet, bevor sie im In- und Ausland aufgeführt werden.

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