Das Festival „Theater der Welt“ hat erste Programmpunkte für seine Ausgabe 2026 bekannt gegeben. Vom 18. Juni bis 5. Juli wird Chemnitz zum Zentrum der zeitgenössischen Bühnenkunst. Das Festival gilt als Deutschlands größtes seiner Art und findet alle drei Jahre statt. Zuletzt waren Frankfurt am Main und Offenbach Gastgeber.
Ein Höhepunkt des Programms ist eine Oper über den Anti-Apartheid-Aktivisten und Vorkämpfer der Lesben- und Schwulenbewegung Simon Nkoli. Das Stück wurde vom südafrikanischen Komponisten Philip Miller entwickelt. Es sei kein biografisches Porträt, sondern ein hybrider Abend mit Musikern, Sängern und Tänzern, die das Publikum zu einem grandiosen Ball willkommen heißen, voller Energie, Lebensfreude und mit klarer politischer Botschaft, so die Organisatoren.
Das Papermoon Puppet Theatre aus Indonesien feiert mit „Stream of Memory“ Europapremiere in Chemnitz. Mit handgemachten Puppen aus Holz, Stoff und Licht, verbunden mit Tanz, Musik und Video, wird das generationenübergreifende Publikum von dem riesenhaften Wesen Kali auf eine Reise durch Städte, Flüsse und Wälder mitgenommen. Inspiriert von der Sehnsucht nach Nähe und Verbundenheit, erzählt diese Arbeit eine Geschichte über das Erinnern, das Vergessen und die Vergänglichkeit, ganz ohne Worte.
Aus Tschechien kommt die Inszenierung „Amadoka“ von Regisseur Dušan David Pařízek nach der Romantrilogie von Sofia Andruchowytsch. Darin wird ein Jahrhundert ukrainischer Geschichte anhand von drei Frauen erzählt. Angetrieben von der Grausamkeit des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, sucht die Inszenierung nach einer Erzählung, wie systematische Auslöschung von Sein und Erinnerung wirkt.
Die künstlerische Leitung haben neun Kuratorinnen und Kuratoren aus verschiedenen Ländern. Sie wählen rund 30 Produktionen aller Kontinente für das Programm aus, das am 26. März komplett vorgestellt wird.



