BILD-Anwältin warnt: Diese versteckten Fallen im Arbeitsvertrag können teuer werden
Arbeitnehmer sollten ihren Arbeitsvertrag genau prüfen, denn versteckte Klauseln können zu unangenehmen Überraschungen führen. Selbst nach Ablauf der Probezeit drohen in manchen Fällen unerwartete Kündigungen oder finanzielle Einbußen. Die BILD-Anwältin Nicole Mutschke hat bei der Sendung "Money Mittwoch" die gefährlichsten Fallen im Arbeitsvertrag aufgedeckt und erklärt, worauf Angestellte besonders achten müssen.
Probezeit vorbei – trotzdem droht die Kündigung
Viele Arbeitnehmer glauben, nach der Probezeit sei ihr Arbeitsplatz sicher. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. In manchen Arbeitsverträgen verstecken sich Klauseln, die auch nach der Probezeit eine Kündigung ermöglichen oder besondere Bedingungen stellen. Nicole Mutschke warnt davor, solche Vertragspassagen zu unterschätzen.
Die gefährlichsten Klauseln im Arbeitsvertrag
Die Arbeitsrechtsexpertin nennt mehrere problematische Vertragsbestandteile, die Arbeitnehmern schaden können:
- Zu lange Probezeiten: Obwohl gesetzlich maximal sechs Monate erlaubt sind, finden sich manchmal längere Fristen im Vertrag.
- Versteckte Wettbewerbsverbote: Diese können auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses gelten und die Jobsuche erschweren.
- Unklare Überstundenregelungen: Fehlende oder vage Formulierungen führen oft zu unbezahlten Mehrarbeitsstunden.
- Pauschale Abgeltungsklauseln: Hier werden Überstunden pauschal abgegolten, ohne dass die tatsächliche Arbeitszeit berücksichtigt wird.
- Einschränkende Urlaubsregelungen: Manche Verträge schränken den Urlaubsanspruch unzulässig ein oder machen ihn von Bedingungen abhängig.
Wie sich Arbeitnehmer schützen können
Nicole Mutschke rät allen Arbeitnehmern, ihren Arbeitsvertrag vor der Unterschrift genau zu lesen und bei Unklarheiten nachzufragen. Besondere Vorsicht ist bei pauschalen Formulierungen geboten, die Spielraum für Interpretationen lassen. Im Zweifelsfall sollte man einen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren, bevor man den Vertrag unterschreibt. Auch nach Vertragsabschluss lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung, da sich gesetzliche Rahmenbedingungen ändern können.
Die Expertin betont, dass viele problematische Klauseln vor Gericht nicht standhalten würden, aber der Rechtsweg ist oft langwierig und kostspielig. Besser ist es daher, von vornherein auf einen fairen und transparenten Arbeitsvertrag zu achten.



