Verdi setzt Warnstreiks im sächsischen Nahverkehr fort - massive Ausfälle erwartet
Pendler, Schüler und Reisende in Sachsen müssen sich in der kommenden Woche erneut auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat weitere Warnstreiks angekündigt, die mehrere Regionen des Bundeslandes betreffen werden. Die Arbeitsniederlegungen werden zu umfangreichen Fahrtausfällen führen und auch die Schülerbeförderung beeinträchtigen.
Streikplan für die kommende Woche
Die Warnstreiks beginnen bereits am Montagmorgen um 3 Uhr und dauern 24 Stunden. Betroffen sind zunächst Teile der Landkreise Mittelsachsen und Zwickau sowie die Stadt Chemnitz. Konkret werden die Regiobus Mittelsachsen GmbH und die Regionalverkehr Westsachsen GmbH bestreikt. Die Unternehmen rechnen mit großflächigen Ausfällen in Döbeln und Freiberg sowie auf Linien im Bereich Chemnitz, Limbach-Oberfrohna, Hohenstein-Ernstthal und Lichtenstein.
Am Dienstagmorgen folgen dann Warnstreiks in großen Teilen Ostsachsens. Hier werden die Görlitzer Verkehrsbetriebe, Omnibusverkehr Oberlausitz, Regionalbus Oberlausitz, DB Regio Bus Ost in Zittau und die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda bestreikt. Alle Streiks enden jeweils am Folgetag zwischen 1 und 3:15 Uhr.
Eingeschränktes Fahrtenangebot
Trotz der umfangreichen Streikmaßnahmen wird es in einigen Bereichen weiterhin eingeschränkten Busverkehr geben. Laut Regionalverkehr Westsachsen wird der Busverkehr im Bereich Glauchau, Zwickau und Werdau regulär bedient. Bei der Regiobus Mittelsachsen sind zudem die Betriebshöfe Mittweida und Hartmannsdorf sowie die von Subunternehmen betriebenen Linien in Freiberg und Eppendorf nicht von den Streiks betroffen.
Die betroffenen Verkehrsbetriebe informieren auf ihren Webseiten über das konkrete Fahrtangebot an den Streiktagen. Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt unbedingt über mögliche Ausfälle und Alternativen informieren.
Hintergrund: Festgefahrene Tarifverhandlungen
Die erneuten Warnstreiks sind Ausdruck der festgefahrenen Tarifverhandlungen im sächsischen Nahverkehr. Verdi fordert vor allem Entlastungen bei den Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Ein Angebot der Arbeitgeber nach vorangegangenen Streiks in Sachsens fünf großen Städten hatte die Gewerkschaft in der vergangenen Woche als völlig unzureichend zurückgewiesen.
Die Gewerkschaft zeigt sich mit den Warnstreiks entschlossen, ihren Forderungen im Tarifkonflikt Nachdruck zu verleihen. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt ein Angebot vorgelegt, das nach Ansicht von Verdi die berechtigten Interessen der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr nicht angemessen berücksichtigt.
Die Situation bleibt angespannt, und weitere Eskalationen im Tarifkonflikt sind nicht ausgeschlossen. Tausende Fahrgäste in Sachsen müssen sich auf erhebliche Beeinträchtigungen ihres täglichen Verkehrs einstellen, während die Verhandlungsparteien keine Annäherung erkennen lassen.



