Pendlerströme: Heimat wird für Mecklenburger attraktiver
Pendlerströme: Heimat wird für Mecklenburger attraktiver

Die Region Westmecklenburg wird für Arbeitnehmer zunehmend attraktiver. Das belegen die aktuellen Zahlen der Pendleranalyse der Bundesagentur für Arbeit Schwerin. Demnach ist die Zahl der Auspendler im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 1139 gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Einpendler leicht um 398. Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen: eine alternde Bevölkerung, Jobverluste in Schleswig-Holstein und eine wachsende Attraktivität des Arbeitsmarktes im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Gesamtbild der Pendlerbewegungen

Insgesamt stehen 43.469 Auspendler 19.967 Einpendlern gegenüber. In der Region, zu der die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg sowie die Landeshauptstadt Schwerin gehören, leben und arbeiten 141.907 Menschen. Damit bleibt die Mehrheit der Erwerbstätigen in ihrer Heimatregion. Besonders auffällig ist, dass ältere Menschen zunehmend bereit sind, weite Wege zur Arbeit auf sich zu nehmen. Je höher das Einkommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Beschäftigte außerhalb der Region einen Arbeitsplatz suchen und behalten. Die Pendleranalyse basiert auf dem Vergleich von gemeldeten Wohn- und Arbeitsorten; Beamte, Studenten und Soldaten werden nicht erfasst.

Einfluss der Insolvenzwelle in Schleswig-Holstein

Ein genauer Blick auf die Details zeigt, dass die Zahl der Auspendler nach Schleswig-Holstein binnen eines Jahres um 4,7 Prozent sank. Dies ist laut Carsten Stange von der Bundesagentur für Arbeit vor allem auf eine Insolvenzwelle im grenznahen Raum zurückzuführen, insbesondere im Logistikbereich. Dennoch bleibt die Zahl der Auspendler nach Schleswig-Holstein mit 15.880 hoch. Die Zahlen der Pendler nach Hamburg oder Niedersachsen blieben nahezu stabil. Auffällig ist, dass deutlich mehr Menschen im Landkreis Ludwigslust-Parchim Arbeit fanden und daher nicht mehr pendeln müssen. Guntram Sydow, Chef der Bundesagentur in Schwerin, betont: „Offensichtlich ist es nicht so unattraktiv, im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu arbeiten. Das sehen wir an unseren Zahlen. Doch trotz der kleinen Verschiebungen ändert sich nichts an der grundsätzlichen Struktur der Pendler, die seit vielen Jahren stabil ist.“

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Zukünftige Entwicklungen und Einflussfaktoren

Ob sich dies in Zukunft ändern wird, ist ungewiss. Einfluss auf die Pendlerzahlen haben nicht nur das Alter der Menschen und die wirtschaftliche Lage, sondern auch Themen wie Home-Office. Sowohl Sydow als auch Stange schließen für die nächste Stichtagsprobe deutliche Änderungen nicht aus. Unklar sei, wie sich die aktuellen Spritpreise auswirken. Zudem werde sich die monatelange Sperre auf der Haupteisenbahnlinie Hamburg–Berlin im kommenden Jahr in den Zahlen zeigen.

Altersstruktur der Pendler

Die Pendleranalyse erlaubt auch Langzeitanalysen, etwa zur Altersstruktur. So ist die Zahl der Pendler ab 65 Jahren seit 2013 um das Fünffache auf 859 Personen gestiegen. Auch in der Altersgruppe 55 bis 65 Jahre ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Der Anteil der Auspendler zwischen 15 und 25 Jahren blieb hingegen nahezu unverändert. Dass auch jüngere Menschen weiterhin auspendeln, liegt vor allem an Gehaltsunterschieden und der Vielfalt angebotener Berufe.

Bedeutung der Nachbarschaft

Die Region Westmecklenburg profitiert weiterhin stark von der Nähe zu Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Diese Situation werde sich laut Sydow auch in den kommenden Jahren nicht ändern. Wer die Pendleranalyse im Detail einsehen möchte, kann sich direkt an die Bundesagentur für Arbeit und Carsten Stange unter der Nummer 0385/4501029 wenden und erhält die Daten per PDF. In den vergangenen Jahren wurde die Analyse zunehmend von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen angefordert, die sich über die Arbeitskräftelage in Westmecklenburg informieren möchten.

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