Prignitzer Arbeitsmarkt zeigt leichte Entspannung im März
Im Landkreis Prignitz ist die Arbeitslosigkeit im März leicht zurückgegangen. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Neuruppin waren insgesamt 3255 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von 109 Personen oder etwa drei Prozent gegenüber dem Vormonat Februar. Allerdings liegt die Zahl sieben Personen höher als im März des Vorjahres.
Arbeitslosenquote und regionale Vergleiche
Die Arbeitslosenquote betrug im März 8,6 Prozent und sank damit um 0,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Februar. Vor einem Jahr lag sie bei 8,5 Prozent. Der Rückgang in der Prignitz fiel im gesamten Agenturbezirk Neuruppin am stärksten aus. In Ostprignitz-Ruppin sank die Arbeitslosigkeit um zwei Prozent, im Havelland um 1,2 Prozent und in Oberhavel um 1,4 Prozent. Im gesamten Bezirk gab es 19.926 Arbeitslose, was einem Minus von 1,8 Prozent entspricht.
Stellungnahme der Arbeitsagentur
Beate Kostka, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Neuruppin, kommentierte: „Der Prignitzer Arbeitsmarkt trotzt somit den wirtschaftlichen Herausforderungen und saisonale Effekte stützen den Arbeitsmarkt hier am stärksten, sodass wir die erhoffte schrittweise Belebung verzeichnen können.“ Sie verwies auf vermehrte Einstellungen im Bau- und Gastgewerbe sowie positive Entwicklungen für Jugendliche ohne Abschluss und ältere Arbeitssuchende. Gleichzeitig mahnte Kostka zur Vorsicht: „Das sind durchaus positive Signale auf dem regionalen Arbeitsmarkt, auch wenn eine spürbare Frühjahrsbelebung noch auf sich warten lässt.“ Sie rief Unternehmen dazu auf, in Weiterbildung zu investieren.
Struktur der Arbeitslosigkeit und aktuelle Entwicklungen
Fast 70 Prozent der Arbeitslosen in der Prignitz gehören zum Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs (SGB) II und erhalten vorwiegend Bürgergeld. Im März wurden 2205 Personen durch das Jobcenter betreut, 39 weniger als im Vormonat. Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosengeldempfänger) zählten 1050 Personen, 70 weniger als im Februar, aber neun mehr als im März 2025. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen bleibt hoch: 1235 Menschen waren mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung.
Im März meldeten sich 529 Personen arbeitslos, davon 169 direkt aus Erwerbstätigkeit. 635 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, 195 nahmen eine Beschäftigung auf. Die Unternehmen meldeten 114 neue Stellen, 13 mehr als vor einem Jahr. Die meisten freien Stellen gibt es im verarbeitenden Gewerbe, in der Arbeitnehmerüberlassung und im Baugewerbe. Insgesamt sind 947 Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Ausbildungsmarkt unter Druck
Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich die schwächelnde Konjunktur: Im Agenturbezirk Neuruppin wurden gut fünf Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahr. Gleichzeitig suchen mehr Jugendliche eine Stelle – 2.281 Jugendliche haben sich gemeldet, fast 300 mehr als im Vorjahr. Kostka appellierte: „Unternehmen sollten uns jetzt ihre freien Ausbildungsstellen unbedingt melden. Nur so können wir mit Beratung die Jugendlichen und Betriebe zusammenbringen und auch schon Fördermöglichkeiten ins Auge fassen.“
Insgesamt bleibt die Arbeitslosigkeit in der Prignitz auf hohem Niveau, doch die leichte Entspannung im März gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus.



