Am Freitag ist es wieder so weit: Deutschland hat frei. Der 1. Mai ist Tag der Arbeit, Maifeiertag und historisch auch Kampftag der Arbeiterbewegung. Doch wofür steht dieser bundesweite Feiertag eigentlich genau? Seit wann feiern wir diesen Tag und was steckt dahinter? Lesen Sie hier die Geschichte vom Tag der Arbeit kurz erklärt und alles zur Tradition des Feiertags.
Warum ist der 1. Mai ein Feiertag?
Der Ursprung des Tags der Arbeit liegt in den USA: Mitte der 1880er Jahre rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zu einem Generalstreik am 1. Mai auf, um den Achtstundentag durchzusetzen. Als Vorbild galt unter anderem eine große Demonstration im australischen Melbourne 1856, bei der ebenfalls kürzere Arbeitszeiten gefordert wurden. In den USA war der 1. Mai traditionell der „Moving Day“, ein Stichtag, an dem Arbeits- und häufig auch Mietverträge endeten und viele für neue Jobs umzogen. Am 1. Mai 1886 kam es daraufhin in den Industrieregionen zu Massenstreiks und Demonstrationen. In Chicago eskalierte der Protest bei den „Haymarket Riots“, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen.
Entwicklung in Europa und Deutschland
In Europa streikten 1890 Arbeiter für ihre Forderungen nach besseren Arbeitszeiten und höheren Löhnen. Sie wurden dafür auf der Straße verprügelt, entlassen und verhaftet. 1919 wurde der 1. Mai in Deutschland erstmals als bundesweiter Feiertag zelebriert. Die Nationalsozialisten setzten am 2. Mai 1933 der freien Arbeiterbewegung ein gewaltsames Ende: Gewerkschafter wurden verhaftet, ihre Häuser zerstört und die Gewerkschaften enteignet. Doch die Bewegung ließ sich den 1. Mai nicht nehmen. Sie setzten mit Streiks und Demonstrationen viele Ziele durch. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war der 1. Mai weiterhin gesetzlicher Feiertag in beiden Teilen Deutschlands. In der DDR wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ mit aufwendigen Maiparaden begangen.
Wie der 1. Mai heute gefeiert wird
Jedes Jahr gehen in ganz Deutschland Hunderttausende Menschen zu Maikundgebungen, häufig Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der IG Metall oder von VERDI, um für ihre Rechte zu demonstrieren und soziale Errungenschaften zu verteidigen. In der jüngeren Vergangenheit kam es am 1. Mai hauptsächlich in Berlin und in Hamburg am Rand der Maifeierlichkeiten häufig zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Letztlich freuen sich viele Deutsche sonst aber einfach über einen freien Tag.
In welchen Bundesländern ist der 1. Mai ein Feiertag?
Der 1. Mai zählt bundesweit zu den gesetzlichen Feiertagen. In allen 16 Bundesländern bleiben die Geschäfte in der Regel geschlossen und für die meisten Arbeitnehmer ist dieser Tag arbeitsfrei.



