Warnstreik bei Merkur-Spielbanken in Niedersachsen: Tarifkonflikt führt zu Einschränkungen
Warnstreik bei Merkur-Spielbanken in Niedersachsen

Warnstreik legt Spielbanken in Niedersachsen lahm

Bei den Spielbanken in Niedersachsen könnte am Mittwoch das Roulette ausfallen. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem Warnstreik aufgerufen, der zu eingeschränkten Öffnungszeiten, reduziertem Spielangebot und möglicherweise geschlossenen Einrichtungen führen wird. Betroffen sind alle zehn Standorte der Merkur Spielbanken Niedersachsen GmbH, darunter klassische Kasinos in Hannover, Braunschweig, Bad Zwischenahn und Osnabrück sowie Automatenkasinos in weiteren Städten.

Tarifkonflikt eskaliert: Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn

Im Zentrum des Arbeitskampfes stehen die Forderungen der Gewerkschaft Verdi für die 430 Beschäftigten. Die Gewerkschaft verlangt eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, zusätzliches Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie bezahlte Pausen für alle Mitarbeitenden. Obwohl es in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Januar eine Annäherung gab und die Arbeitgeberseite ein zweites Angebot vorlegte, liegen die Parteien bei der Lohnsteigerung noch weit auseinander. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Donnerstag angesetzt, doch der Ausstand am Mittwoch soll Druck auf die Merkur-Gruppe ausüben.

Übernahme durch Merkur-Gruppe nach Lizenzstreit

Die Merkur-Gruppe hatte die niedersächsischen Spielbanken am 1. Juli 2025 übernommen, nachdem sie den Zuschlag in einer Ausschreibung 2024 erhalten hatte. Die Übernahme war jedoch durch einen Rechtsstreit mit der vorherigen Betreiberin, der Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG), verzögert worden. Die SNG, die seit 1995 die Spielbanken betrieben hatte und 2005 privatisiert wurde, war unterlegen und klagte erfolglos gegen die Entscheidung. Erst im vergangenen Sommer einigten sich beide Parteien auf eine Übernahmevereinbarung für die Standorte und deren Belegschaften.

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Auswirkungen auf Spielbetrieb und Kundschaft

Gäste der Spielbanken müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Verdi warnt vor möglichen Schließungen und reduziertem Angebot, während in Hannover am Vormittag eine zentrale Kundgebung geplant ist. Der Warnstreik markiert einen kritischen Punkt in den Tarifverhandlungen, die über die Zukunft der Arbeitsbedingungen in der Spielbankbranche entscheiden könnten. Die Merkur-Gruppe steht nun unter Druck, eine Lösung zu finden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Forderungen der Beschäftigten zu berücksichtigen.

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