Zalando-Standortkrise: Einigungsstelle soll über Schließung von Erfurter Logistikzentrum entscheiden
Zalando-Standortkrise: Einigungsstelle entscheidet über Erfurt

Zalando-Standortkrise: Einigungsstelle soll über Schließung von Erfurter Logistikzentrum entscheiden

Der anhaltende Konflikt um die geplante Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt nimmt eine neue Wendung. Nach einem aktuellen Arbeitsgerichtsurteil muss nun eine offizielle Einigungsstelle in dem Streit vermitteln. Dieses brisante Thema wird im Mittelpunkt der zweiten Betriebsversammlung für die betroffene Belegschaft stehen, die für den 15. April in einer der Erfurter Messehallen geplant ist.

Betriebsrat wirft Management Blockadehaltung vor

Der Betriebsrat des Logistikzentrums kündigte an, dass die Versammlung ein deutliches Zeichen für Mitbestimmung setzen und sich gegen die von ihm kritisierte Dialogverweigerung der Geschäftsführung richten soll. „Es ist an der Zeit, Klartext zu sprechen“, erklärte die Arbeitnehmervertretung und warf dem Management eine konsequente Blockadehaltung vor. Bisher weigere sich die Führungsebene beharrlich, in einen echten und konstruktiven Austausch mit den Beschäftigten zu treten.

Während der Betriebsversammlung will der Betriebsrat zudem einen detaillierten Alternativplan vorstellen, der die Schließung des Standorts verhindern könnte. Weitere wichtige Punkte der Tagesordnung sind:

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  • Umfassende Informationen zu potenziellen Risiken bei Aufhebungsverträgen
  • Die deutliche Darstellung der Ansprüche der Belegschaft auf faire Arbeitsbedingungen
  • Der Wunsch nach echter Wertschätzung und Anerkennung der geleisteten Arbeit

Einigungsstelle mit acht Mitgliedern berufen

Die Einigungsstelle wurde auf Antrag des Internet-Modehändlers Zalando durch das zuständige Arbeitsgericht eingesetzt. Im deutschen Arbeitsrecht dienen solche Einigungsstellen als offizielle Schlichtungsinstanzen in Unternehmen, wenn sich Betriebsrat und Arbeitgeber in wesentlichen und existentiellen Fragen nicht einvernehmlich verständigen können.

Die neu berufene Schlichtungsstelle setzt sich aus insgesamt acht Mitgliedern zusammen:

  1. Vier Beisitzer, die die Interessen der Arbeitnehmerseite vertreten
  2. Vier Beisitzer, die die Position des Unternehmens Zalando repräsentieren

Zum unparteiischen Vorsitzenden der Einigungsstelle wurde der erfahrene ehemalige Richter und Justizstaatssekretär Josef Molkenbur aus Sachsen-Anhalt bestimmt. Seine Aufgabe wird es sein, zwischen den konträren Positionen zu vermitteln und eine tragfähige Lösung zu finden.

Hintergrund: Bedrohung für 2.700 Arbeitsplätze

Im Logistikzentrum in Erfurt beschäftigt der führende Internet-Modehändler Zalando derzeit rund 2.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Nach den aktuellen Plänen des DAX-notierten Konzerns soll der wichtige Standort bereits im September dieses Jahres endgültig geschlossen werden. Gegen diese Entscheidung wehrt sich die Arbeitnehmervertretung mit allen rechtlichen Mitteln und sucht nach alternativen Lösungen, um die wertvollen Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.

Die anstehende Betriebsversammlung am 15. April wird daher von großer Bedeutung sein, um die Position der Belegschaft zu stärken und den Druck auf die Unternehmensführung zu erhöhen. Alle Beteiligten hoffen auf einen konstruktiven Dialog, der zu einer fairen und sozialverträglichen Lösung für alle Seiten führen kann.

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