China plant massive Airbus-Bestellung: Merz wirbt für fairen Handel
Bei seinem offiziellen Antrittsbesuch in Peking hat Bundeskanzler Friedrich Merz eine bedeutende Nachricht aus der chinesischen Führung erhalten. Wie Merz am Mittwoch nach einem Gespräch mit Staatschef Xi Jinping mitteilte, plant China die Bestellung von bis zu 120 zusätzlichen Flugzeugen beim europäischen Luftfahrtkonzern Airbus.
Details zu den geplanten Verträgen
"Wir haben gerade die Nachricht bekommen, dass die chinesische Führung bei Airbus eine größere Zahl weiterer Flugzeuge bestellen wird", erklärte der Kanzler in der chinesischen Hauptstadt. "Es wird insgesamt bis zu 120 zusätzliche Flugzeuge geben, die bei Airbus bestellt werden." Konkrete Details zu den Flugzeugtypen oder Lieferzeiträumen nannte Merz dabei nicht.
Neben diesem potenziellen Großauftrag sieht der Bundeskanzler weitere Vertragsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. "Wir haben weitere Verträge in Aussicht, die geschlossen werden", betonte Merz, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass diese Vereinbarungen noch nicht endgültig entschieden seien.
Kritik am wachsenden Handelsdefizit
Während der Kanzler die wirtschaftlichen Perspektiven hervorhob, äußerte er deutliche Kritik am aktuellen Handelsungleichgewicht zwischen Deutschland und China. Das Handelsdefizit liege gegenwärtig bei mehr als 80 Milliarden Euro.
"Das hat sich seit 2020, also innerhalb von fünf Jahren, vervierfacht", so Merz. "Diese Dynamik ist nicht gesund." Der Kanzler betonte, er habe mit der chinesischen Führung über konkrete Wege gesprochen, dieses strukturelle Defizit abzubauen und für mehr Ausgewogenheit in den Wirtschaftsbeziehungen zu sorgen.
Forderung nach fairem Wettbewerb
Bereits vor seiner Abreise nach China hatte Merz klare Bedingungen für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen formuliert. Er forderte einen "fairen und transparenten Wettbewerb" und betonte die Notwendigkeit verlässlicher Regeln.
"Man muss darüber reden, wie systemische Überkapazitäten, Ausfuhrbeschränkungen und Zugangsrestriktionen Wettbewerb verzerren und verhindern", erklärte der Bundeskanzler. Gleichzeitig warnte er davor, sich vom chinesischen Markt abzukoppeln, und betonte die Bedeutung offener Gesprächskanäle zwischen beiden Nationen.
Europäische Dimension der Beziehungen
Merz unterstrich zudem die europäische Perspektive in den Beziehungen zu China. Über die Europäische Union könnten alle währungs- und handelspolitischen Fragen geklärt werden. "Es gibt auch ein großes Potenzial für weiteres Wachstum unserer beiden Volkswirtschaften", so der optimistische Ausblick des Kanzlers.
Der zweitägige Besuch in Peking wird von einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation begleitet, was die Bedeutung der Handelsbeziehungen unterstreicht. Bereits vor Merz' Ankunft waren Vereinbarungen der China Media Group mit der Deutschen Fußball Liga und dem Deutschen Tischtennis-Bund bekannt geworden.



