Deutsche Exporte starten schwach ins neue Jahr
Die deutschen Exporte sind zu Jahresbeginn überraschend deutlich eingebrochen. Im Januar wurden Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro in alle Welt verkauft, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das entspricht einem Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem starken Vormonat Dezember und fiel damit größer aus als von Analysten erwartet.
Rückgänge in Europa und China belasten Außenhandel
Besonders besorgniserregend sind die Einbrüche in den traditionell wichtigen Märkten. Die Ausfuhren in die Europäische Union schrumpften um 4,8 Prozent auf 71,6 Milliarden Euro. Noch dramatischer fiel der Rückgang im China-Geschäft aus: Die Exporte in die Volksrepublik brachen um gut 13 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro ein.
„Der deutsche Außenhandel startet schwach ins neue Jahr – und die Risiken nehmen weiter zu“, sagte Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbands BGA. Er verwies auf den Krieg um Iran mit seinen Folgen für Energiepreise und Handelsrouten, der Unternehmen und Bürger belaste. Erste Störungen im Luft- und Seeverkehr hätten bereits zu längeren Transportzeiten und höheren Kosten geführt.
Konkurrenz aus Fernost und globale Unsicherheiten
Die chinesische Konkurrenz macht deutschen Unternehmen auf den Weltmärkten zunehmend zu schaffen. Überraschend verzeichnete China selbst zu Jahresbeginn ein deutliches Plus im Außenhandel. „Dem deutschen Exportmotor fehlt das Schmieröl“, konstatierte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Das Auslandsgeschäft springt nicht an.“ Unter vielen Kunden weltweit herrsche angesichts der großen globalen Unsicherheiten Zurückhaltung.
Neben der Konkurrenz aus Fernost belasten auch der Zollstreit mit den USA und der starke Euro die Exporteure. Letzterer verteuert deutsche Waren auf den Weltmärkten zusätzlich.
USA als Hoffnungsträger
Ein Lichtblick ist das Geschäft mit den Vereinigten Staaten. Die Exporte dorthin wuchsen im Januar kräftig um 11,7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. Diese positive Entwicklung sorgt für etwas Optimismus in ansonsten düsteren Zeiten.
Importe sinken ebenfalls
Nicht nur die Exporte, sondern auch die Importe nach Deutschland gingen zurück. Im Januar wurden Waren im Wert von 109,2 Milliarden Euro eingeführt – 5,9 Prozent weniger als im Vormonat und 4,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Besonders deutlich sanken die Einfuhren aus China um gut acht Prozent auf 14,2 Milliarden Euro.
Insgesamt verzeichnete Deutschland einen Außenhandelsüberschuss von gut 21 Milliarden Euro. Die Bedeutung des Exports für die deutsche Wirtschaft bleibt enorm: Fast jeder vierte Arbeitsplatz hängt laut Statistischem Bundesamt vom Export ab. Die Bundesregierung prognostiziert für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent – der schwache Start des Außenhandels stellt dieses Ziel jedoch infrage.



