Straße von Hormus blockiert: Iranische Blockade droht globalen Öl-Schock auszulösen
Hormus-Blockade: Iran droht mit globalem Öl-Schock

Straße von Hormus blockiert: Iranische Blockade droht globalen Öl-Schock auszulösen

Die Straße von Hormus, jenes schmale maritime Nadelöhr zwischen Iran und Oman, befindet sich im Würgegriff der iranischen Führung. Diese strategisch entscheidende Schlagader der globalen Wirtschaft ist aktuell blockiert – mit potenziell verheerenden Folgen für die weltweite Energieversorgung und die deutschen Lieferketten.

Ein Nadelöhr von globaler Bedeutung

Nur 38 bis 55 Kilometer trennen hier die Küsten des Iran und Omans. Durch diese enge Passage zwängen sich täglich Tankerkolosse und Handelsschiffe, die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und ein Fünftel des Flüssiggases (LNG) transportieren. Als Vergeltung für jüngste Angriffe hat der Iran die Seestraße vorerst gesperrt und laut der britischen Behörde für maritime Sicherheit sogar zwei Tanker beschossen. Schiffsradaraufnahmen zeigen bereits wartende Tanker im Persischen Golf und im Golf von Oman – ein deutliches Zeichen für die akute Blockade.

Katastrophale Auswirkungen auf die Energieversorgung

Täglich passieren hier rund 21 Millionen Barrel Öl die Meerenge. Lediglich 1,6 Millionen Barrel davon stammen aus der iranischen Produktion, der Großteil kommt von anderen Golfstaaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait, Katar und Bahrain. Über eine alternative Pipeline können maximal 2,6 Millionen Barrel pro Tag umgeleitet werden. Das bedeutet: Es fehlen fast 17 Millionen Barrel Öl pro Tag – eine massive Verknappung, die die globalen Märkte erschüttern könnte.

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Deutschland besonders betroffen

Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein bezeichnet die Folgen einer anhaltenden Hormus-Blockade für Deutschland als "katastrophal". Heinemann erklärt: "Ein Großteil der globalen Lieferketten läuft durch die betroffene Region. Das trifft nicht nur die Energieversorgung dramatisch, sondern auch die Warenströme. Für Deutschland als Exportnation ist das ein doppelter Schlag."

Preisexplosionen und strategische Gefahren

Selbst bei einer Lockerung der Blockade bleiben die Preise hoch, da die Charterkosten für Transportschiffe und die Versicherungsprämien für Tanker massiv steigen werden. Bereits während des Zwölftagekriegs gegen den Iran im Juni 2025 verdoppelten sich die Charterkosten innerhalb weniger Tage, während sich die Versicherungsprämien verfünffachten.

Strategisch besonders wertvoll sind die Inseln Abu Musa, Große Tunb und Kleine Tunb, die der Iran seit 1971 besetzt hält, aber von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht werden. Von diesen Inseln aus könnten Drohnenschwärme innerhalb von Minuten ihre Ziele erreichen. Da die Meerenge nur einen drei Kilometer breiten, tankertauglichen Korridor bietet, wächst zudem die Angst vor einer Verminung durch die iranischen Streitkräfte.

Steigende Ölpreise und Folgen für Verbraucher

Der Ölpreis ist bereits auf bis zu 82 Dollar pro Barrel gestiegen. Heinemann erwartet eine weitere Steigerung auf 120 Dollar. Rechnerisch könnte E10-Kraftstoff, der aktuell bei bis zu 1,94 Euro liegt, noch diese Woche die Zwei-Euro-Marke durchbrechen. Sollte sich der Barrelpreis verdoppeln, rechnet Heinemann mit einem E10-Literpreis von mehr als 2,30 Euro an der Zapfsäule.

Die Blockade der Straße von Hormus stellt somit nicht nur eine regionale, sondern eine globale Herausforderung dar, deren wirtschaftliche und energiepolitische Konsequenzen noch nicht absehbar sind.

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