Iran-Krieg sorgt für Autostau: 4000 Luxuskarossen auf kenianischer Insel gestrandet
Iran-Krieg: 4000 Luxusautos auf kenianischer Insel gestrandet

Iran-Krieg sorgt für ungewöhnlichen Autostau auf kenianischer Insel

Der anhaltende Konflikt im Iran hat zu einer kuriosen Situation auf der kleinen kenianischen Insel Lamu geführt. Statt der üblichen Touristen prägen nun Tausende fabrikneue Luxusfahrzeuge das Bild der autofreien Insel im Indischen Ozean.

Autos auf autofreier Insel

Die Insel Lamu, mit nur 57 Quadratkilometern Fläche und etwa 25.800 Einwohnern, ist eigentlich eine autofreie Zone. Lediglich das Fahrzeug des District Commissioners und ein Krankenwagen sind als Ausnahmen zugelassen. Der Transport von Waren und Personen erfolgt traditionell mit Booten oder den mehreren Tausend Eseln, die das Stadtbild von Lamu-Town prägen.

Doch aktuell stehen rund 4000 Neuwagen auf der Insel, darunter hochwertige Modelle von Porsche und Volkswagen. Die Fahrzeuge waren ursprünglich auf dem Weg von Japan nach Dubai, konnten ihr Ziel jedoch nicht erreichen.

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Blockierte Schifffahrtsroute

Der Grund für die ungewöhnliche Zwischenlagerung liegt in der blockierten Straße von Hormus. Diese strategisch wichtige Schifffahrtsroute ist aufgrund massiver Sicherheitsbedenken im Zuge des Iran-Krieges derzeit nicht passierbar. Frachtschiffe mussten alternative Routen suchen und fanden schließlich in Ostafrika einen sicheren Hafen.

Ein Schiff, das am 24. Februar in Yokohama gestartet war – nur vier Tage vor Beginn der Angriffe auf den Iran – änderte seinen Kurs, nachdem der Zielhafen Dschebel Ali in Dubai am 1. März von iranischen Gegenangriffen getroffen wurde. Die Crew entschied sich, in Lamu festzumachen.

Professionelle Organisation vor Ort

In der vergangenen Woche luden zwei Schiffe der italienischen Grimaldi-Gruppe die Fahrzeuge in Lamu ab. Hafenarbeiter haben die Luxuskarossen ordentlich auf einem Gelände am Hafen und in Lagerhallen geparkt. Besonders wertvolle Modelle wie die Porsche-Fahrzeuge wurden in überdachte Hallen gebracht, um sie vor den Elementen zu schützen.

Die kenianische Hafenbehörde zeigt sich gut vorbereitet für die ungewöhnliche Situation. Hafenmanager Abdulaziz Mzee beschreibt die aktuelle Lage: "Viele Schiffe sind derzeit praktisch orientierungslos auf dem Meer unterwegs, weil sich die Sicherheitslage ständig verschlechtert."

Weitere Fahrzeuge erwartet

Die derzeitige Situation ist wohl erst der Anfang. Bereits in der kommenden Woche wird ein weiteres Schiff mit etwa 5000 Neuwagen erwartet, die ebenfalls auf Lamu zwischengeparkt werden müssen. Die Inselbehörden bereiten sich auf diese zusätzliche Belastung vor.

Wirtschaftlicher Aufschwung trotz Krise

So paradox es klingt: Während der Iran-Krieg internationale Lieferketten lahmlegt, erlebt Lamu einen kleinen Wirtschaftsboom. Mehr Schiffe bedeuten mehr Geschäft für die lokale Wirtschaft. Die Inselbevölkerung, die normalerweise vom Fischfang, Obst- und Gemüseanbau sowie dem Tourismus lebt, profitiert von den ungewöhnlichen Umständen.

Die teuren Luxusfahrzeuge werden so lange auf der Insel bleiben müssen, bis sich die Sicherheitslage im Nahen Osten wieder stabilisiert hat und die Schifffahrtsrouten sicher passierbar sind. Bis dahin bilden die glänzenden Neuwagen einen surrealen Kontrast zur traditionellen, autofreien Lebensweise auf Lamu.

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