Iran plant Maut für die strategische Straße von Hormus
Die iranischen Parlamentarier haben einen bemerkenswerten Vorstoß angekündigt: Für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus sollen künftig Gebühren erhoben werden. Diese Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die täglich etwa 20 Prozent des global gehandelten Öls transportiert werden.
Mullah-Maut als dauerhafte Einrichtung geplant
Die Abgeordnete Somajeh Rafiei erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur ISNA, dass die Sicherheit der Meerenge von der Islamischen Republik gewährleistet werde und Schiffe im Gegenzug eine Abgabe zahlen müssten. Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf deutete bereits an, dass die Bedingungen für die Durchfahrt nicht zum Vorkriegsstatus zurückkehren würden – eine klare Andeutung, dass diese sogenannte Mullah-Maut auch nach einem möglichen Kriegsende bestehen bleiben könnte.
Selektive Durchfahrtserlaubnis und wirtschaftliche Auswirkungen
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar kontrollieren die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus und haben sie faktisch gesperrt. In den vergangenen Tagen wurden zwar vereinzelt Schiffe verbündeter Länder durchgelassen, jedoch bleiben Schiffe aus Ländern, die aus iranischer Sicht an der Aggression beteiligt sind, weiterhin blockiert.
Diese Situation hat an den Energiemärkten zu erheblichen Turbulenzen geführt. Der Ölpreis für die Nordsee-Sorte Brent stieg bis auf 119 US-Dollar, was zunehmend Ängste vor einer anziehenden Inflation schürt. Deutschland, Japan und mehrere europäische Staaten haben bereits Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiemärkte angekündigt.
Langfristige Konsequenzen für den globalen Handel
Die geplante Gebührenerhebung würde nicht nur den Öltransport betreffen, sondern auch andere wichtige Güter wie Lebensmittellieferungen und allgemeine Schifffahrt. Dies stellt eine erhebliche Veränderung der internationalen Handelsrouten dar und könnte langfristige Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben. Die Straße von Hormus bleibt damit im Fokus geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten.



