Milei kündigt weitere Deregulierung der argentinischen Wirtschaft an
Milei will Argentiniens Wirtschaft weiter deregulieren

Milei setzt auf radikale Wirtschaftsliberalisierung in Argentinien

Der ultraliberale Präsident Argentiniens, Javier Milei, hat in seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation weitreichende Pläne zur weiteren Deregulierung der argentinischen Wirtschaft angekündigt. Trotz bereits umgesetzter harter Reformmaßnahmen sind weite Teile der zweitgrößten Volkswirtschaft Südamerikas nach wie vor streng reguliert. Milei betonte in seiner Ansprache vor dem Kongress die Notwendigkeit zusätzlicher Liberalisierungsschritte, um das wirtschaftliche Potenzial des Landes voll auszuschöpfen.

Umfassende Reformagenda vorgestellt

In seiner programmatischen Rede skizzierte der Ökonom und Staatschef ein umfassendes Paket an Maßnahmen, das neben weiteren Deregulierungen auch Steuerreformen und eine verstärkte Öffnung der argentinischen Wirtschaft umfasst. Besonders hervor hob Milei die strategische Bedeutung Argentiniens als Lieferant kritischer Mineralien und Energiequellen für den Westen. „Wir verfügen über die kritischen Mineralien, die der Westen benötigt. Die Energie - Gas, Öl, Kernkraft und erneuerbare Energien - um Lieferketten zu versorgen“, erklärte er mit Nachdruck. Zudem versprach der Präsident eine weiterhin restriktive Haushaltspolitik, um die hart bekämpfte Inflation dauerhaft im Zaum zu halten.

Heftige Auseinandersetzungen mit der Opposition

Die Rede des Präsidenten wurde von turbulenten Szenen begleitet, die die tiefe politische Spaltung des Landes widerspiegelten. Immer wieder unterbrachen Sprechchöre und Applaus von Mileis Anhängern sowie laute Zwischenrufe oppositioneller Abgeordnete die Ansprache. Der ultraliberale Staatschef lieferte sich während seiner Ausführungen heftige Wortgefechte mit regierungskritischen Parlamentariern und attackierte diese mehrfach scharf. In emotionalen Ausbrüchen beschimpfte er Teile der Opposition als „Diebe“, „Korrupte“ und „Parasiten“, was die angespannte Atmosphäre im Kongress zusätzlich anheizte.

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Bisherige Reformen und aktuelle Wirtschaftslage

Milei hat Argentinien seit seinem Amtsantritt ein radikales Spar- und Reformprogramm verordnet, das bereits deutliche Spuren hinterlassen hat. Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören:

  • Die drastische Kürzung von Subventionen für Gas, Elektrizität und den öffentlichen Nahverkehr
  • Die Entlassung Tausender Staatsbediensteter im Rahmen eines umfangreichen Stellenabbaus
  • Das vorläufige Stoppen zahlreicher öffentlicher Bauvorhaben

Durch diese harten Einschnitte gelang es der Regierung, den Staatshaushalt auszugleichen und die Inflation deutlich zu reduzieren. Allerdings zeigt die Wirtschaft weiterhin nur schwache Wachstumsimpulse. In vielen Branchen ist die Produktion in den vergangenen Jahren eingebrochen, was zur Schließung zahlreicher kleiner und mittlerer Betriebe führte. Besonders besorgniserregend ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Rund 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind nicht in regulären Beschäftigungsverhältnissen tätig und entziehen sich damit dem Steuer- und Sozialsystem.

Die angekündigten weiteren Liberalisierungsmaßnahmen sollen nun zusätzlichen wirtschaftlichen Schwung bringen und Argentinien nach Vorstellung des Präsidenten zu einem „natürlichen Glied in der strategischen Wertschöpfungskette des Westens“ machen. Ob diese Pläne im stark polarisierten politischen Umfeld umgesetzt werden können, bleibt jedoch abzuwarten.

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