WTO-Chefin warnt vor historischer Handelskrise durch Trump-Zölle
WTO-Chefin: Trump-Zölle führen zu historischer Handelskrise

WTO-Chefin warnt vor historischer Handelskrise durch Trump-Zölle

Die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, hat eine alarmierende Warnung ausgesprochen: Der globale Handel befindet sich in der tiefsten Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In einem exklusiven Interview mit der "Welt" bezeichnete die nigerianische Ökonomin die aktuellen Verwerfungen als "die schlimmsten der letzten 80 Jahre". Diese dramatische Einschätzung steht im direkten Zusammenhang mit der protektionistischen Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump.

Einseitige Zollerhöhungen als eklatanter Regelverstoß

Die einseitigen Zollerhöhungen, die Trump gegen zahlreiche Staaten verhängt hat, stellen nach Ansicht von Experten einen eklatanten Verstoß gegen die Grundregeln der WTO dar. Die Welthandelsorganisation setzt sich traditionell für gegenseitige Zollsenkungen unter ihren Mitgliedern ein und erlaubt Erhöhungen nur in begründeten Ausnahmefällen. Trumps Politik untergräbt dieses Fundament des multilateralen Handelssystems und gefährdet die Stabilität der globalen Wirtschaftsbeziehungen.

Reformvorschläge für die handlungsunfähige WTO

Okonjo-Iweala betonte jedoch, dass nicht alles verloren sei. Trotz der Blockadehaltung der USA, die Teile der WTO lahmlegen, sieht sie Möglichkeiten zur Wiederbelebung der Organisation. Die Generaldirektorin schlug vor, dass sich einzelne Mitglieder häufiger zu "Koalitionen der Willigen" zusammenschließen könnten. Diese Gruppen innerhalb der WTO würden dann gemeinsam Regeln entwickeln und Entscheidungen treffen, um die Handlungsfähigkeit der Organisation zu stärken.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

USA bleiben trotz allem wichtiger Motor

Interessanterweise verteidigte Okonjo-Iweala die USA trotz ihrer kritischen Haltung gegenüber Trumps Politik. "Wir schätzen die USA als Mitglied und freuen uns, dass sie dabei sind", sagte sie. Die WTO-Chefin sieht in den Vereinigten Staaten sogar einen potenziellen Motor für notwendige Reformen. Die aktuelle Krise könnte ihrer Ansicht nach dazu führen, dass die WTO-Staaten nun bereit sind, schwierige Reformen anzupacken, die zuvor vielleicht aufgeschoben wurden.

Drei Viertel des Handels folgen weiterhin WTO-Regeln

Ein Hoffnungsschimmer in der düsteren Lage: Okonjo-Iweala betonte, dass der Warenaustausch rund um den Globus trotz aller Verwerfungen weiterhin zu fast drei Vierteln gemäß den WTO-Vorschriften stattfindet. "Die große Mehrheit der Mitglieder wendet unser Regelwerk an", sagte die Generaldirektorin. "Nicht alles ist kaputt." Diese Aussage unterstreicht, dass das multilaterale Handelssystem trotz erheblicher Belastungen weiterhin funktioniert.

Die WTO-Chefin steht vor der enormen Herausforderung, eine Organisation zu führen, die von ihrem wichtigsten Mitglied teilweise blockiert wird, während gleichzeitig der globale Handel unter politischen Spannungen leidet. Ihre Reformvorschläge und ihr diplomatisches Geschick werden entscheidend dafür sein, ob die WTO diese historische Krise überstehen und gestärkt daraus hervorgehen kann.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration