Audi trotz Gewinnplus unter Druck: Zölle, China und schwache Margen belasten Premium-Marke
Audi: Gewinn steigt, aber Probleme bleiben

Audi verzeichnet Gewinnplus, doch die Baustellen sind zahlreich

Die vier Ringe stehen für Premium – doch bei Audi wächst der Druck durch Zölle, China und schwache Margen. Das Unternehmen aus Ingolstadt meldet für das Krisenjahr 2025 einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro, was einem Plus von 10 Prozent entspricht. Doch dieser erste Eindruck täuscht, denn die Zahlen betreffen den gesamten Audi-Konzern mit Marken wie Lamborghini, Bentley und Ducati.

Gewinnstütze durch Lamborghini und Konzernhilfe

Ein Teil des Gewinns kommt von Lamborghini. Zusätzlich stützt eine Ausgleichszahlung aus dem VW-Konzern in Höhe eines hohen dreistelligen Millionenbetrags die Bilanz – eine genaue Summe nennt Audi nicht. Im eigentlichen Autogeschäft von Audi läuft es weiter schlecht. Die Rendite sinkt auf 3,9 Prozent und liegt damit klar hinter Konkurrenten wie BMW und Mercedes.

Sparzwang trifft Premium-Anspruch

„Auch bei Audi werden Stellen gestrichen, es wird an allen Ecken gespart. Inwieweit das nachhaltig ist, wird sich beweisen müssen“, sagt Autoexpertin Beatrix Keim. Die eigentlichen Probleme sitzen tiefer: Jahrzehntelange Versäumnisse in Richtung Rationalisierung und Automatisierung zeigen sich jetzt im verstärkten globalen Konkurrenzkampf und mit zunehmendem Kostendruck.

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Auch beim Markenbild sieht Keim Probleme. Die Marke wirkt weniger eigenständig, der Anspruch „Fortschritt durch Technik“ strahlt nicht mehr so stark. „Man scheint mehr auf die Lieferanten von VW und Škoda zurückzugreifen, um Kosten zu sparen“, so Keim. Das könne auch Folgen für den Premium-Anspruch haben. Heißt: Plötzlich könnten beispielsweise Škoda-Teile in Audis stecken.

Konkrete Baustellen: Zölle, China und Konkurrenz

Hinzu kommen konkrete Herausforderungen:

  • In den USA belasten Zölle das Geschäft massiv – Audi hat dort kein eigenes Werk und ist besonders abhängig von Importen.
  • In China setzt ein harter Preiskrieg die Margen unter Druck.
  • Im Konzernvergleich sieht Keim Nachholbedarf: „Im Konzern leuchten eher die Marken VW und Škoda sowie Cupra mit Differenzierung im Elektroauto-Segment. Audi scheint hier nicht die Führung zu haben.“

Und selbst beim Produkt gibt es Kritik: „Attraktives, modernes Design“ sowie „Preis-Leistung“ zählen laut Keim zu den zentralen Baustellen. Audi setzt zwar auf neue Modelle und will die Rendite wieder auf 6 bis 8 Prozent steigern. Vor allem größere SUVs für den US-Markt sollen helfen, verlorenen Boden gutzumachen. Langfristig peilt der Konzern sogar wieder zweistellige Margen an. Doch klar ist: Der Weg zurück zur alten Stärke wird lang und steinig.

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