Audi steigert Gewinn trotz Branchenkrise: Jobabbau schreitet voran
Audi-Gewinn steigt überraschend - Jobabbau läuft

Audi verzeichnet überraschenden Gewinnanstieg im Krisenjahr

Der Ingolstädter Automobilhersteller Audi hat im vergangenen Jahr gegen den allgemeinen Branchentrend einen deutlichen Gewinnzuwachs erzielt. Nach Steuern verbuchte die VW-Tochter einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024 entspricht. Diese positive Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da die gesamte Automobilindustrie mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist.

Ausgleichszahlung und starkes Quartal als Treiber

Den Gewinnanstieg verdankt Audi vor allem zwei Faktoren: einer substanziellen Ausgleichszahlung aus dem Mutterkonzern Volkswagen in Wolfsburg und einem vergleichsweise starken vierten Quartal. Finanzchef Jürgen Rittersberger bezifferte die Ausgleichszahlung als "hohen dreistelligen Millionenbetrag", der maßgeblich zum Finanzergebnis beitrug. Insgesamt verdoppelte sich das Finanzergebnis auf 2,2 Milliarden Euro.

Allerdings sank das operative Ergebnis um knapp 14 Prozent, was die strukturellen Herausforderungen des Unternehmens verdeutlicht. "Wir haben ein anspruchsvolles Jahr finanziell robust abgeschlossen", kommentierte Rittersberger die gemischte Bilanz. Besonders belastend wirkten sich die neuen US-Zölle aus, die Audi 1,2 Milliarden Euro kosteten, sowie Rückstellungen für CO2 und der angekündigte Jobabbau mit jeweils 0,4 Milliarden Euro.

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Jobabbau schreitet planmäßig voran

Beim bereits vor einem Jahr angekündigten Stellenabbau kommt Audi gut voran. Von der ersten Tranche, die bis 2027 insgesamt 6.000 Arbeitsplätze umfasst, sind bereits 65 Prozent entweder vollzogen oder vertraglich fixiert. Dies entspricht etwa 3.900 Stellen. Bis 2029 sollen insgesamt 7.500 Jobs abgebaut werden.

Neben der Ausgleichszahlung aus Wolfsburg wirkten sich gute Auslieferungszahlen zum Jahresende und eine "hohe Kostendisziplin" positiv auf das Ergebnis aus. Für das laufende Jahr kündigte Audi weitere Sparmaßnahmen an, da der Margen- und Effizienzdruck weiterhin hoch bleibe.

Herausforderungen im China-Geschäft und durch US-Zölle

Besonders unter Druck steht Audi im chinesischen Markt, wo ein intensiver Preiskrieg im Bereich der Elektroautos und Hybride herrscht. Die Absätze sanken dort, wobei das China-Geschäft aufgrund von Joint-Ventures nicht vollständig im Umsatz abgebildet wird. Der Gesamtumsatz stieg 2025 um 1 Milliarde auf 65,5 Milliarden Euro.

Für 2026 erwartet Audi weiterhin hohe Belastungen durch die US-Zölle, die auf einem ähnlichen Niveau wie 2025 liegen sollen - allerdings über zwölf statt neun Monate. Dennoch strebt das Unternehmen eine operative Marge von 6 bis 8 Prozent an, deutlich mehr als die 5,1 Prozent des abgelaufenen Jahres.

Wettbewerbssituation und US-Werk-Entscheidung

Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi im innerdeutschen Wettbewerb seinen Konkurrenten BMW und Mercedes wieder an. Während BMW einen leichten Gewinnrückgang auf 7,5 Milliarden Euro hinnehmen musste, verzeichnete Mercedes sogar einen Absturz auf 5,3 Milliarden Euro.

Die Entscheidung über ein mögliches US-Werk verzögert sich weiter. Konzernchef Gernot Döllner erklärte, dass die ursprünglich geplante Entscheidung noch nicht getroffen wurde und nun im laufenden Jahr im VW-Konzernvorstand fallen soll. Anders als Konkurrent BMW verfügt Audi bisher über kein eigenes US-Werk, was das Unternehmen besonders anfällig für die dortigen Zölle macht.

Im abgelaufenen Jahr lieferte Audi 1,62 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke aus, dazu kamen 10.747 Lamborghini und 10.131 Bentleys, die beide zum Audi-Konzern gehören. Die Zahlen betreffen den gesamten Teilkonzern Audi, zu dem neben der Kernmarke auch diese Premiummarken zählen.

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