Audi startet umfangreiche Modelloffensive zur Steigerung der Rendite
Audi hat für das Jahr 2025 einen beeindruckenden Gewinn von 4,6 Milliarden Euro gemeldet, was einem Plus von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allerdings wurde dieses Ergebnis maßgeblich durch eine Ausgleichszahlung aus dem VW-Konzern aufpoliert. Die eigentliche operative Leistung der Markengruppe, zu der auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören, fiel mit einem Gewinn von 3,37 Milliarden Euro um fast 14 Prozent geringer aus. Die Rendite sank auf lediglich 5,1 Prozent, was Audi vor erhebliche Herausforderungen stellt.
Externe Faktoren belasten das Geschäft von Audi
Ein zentrales Problem für Audi sind die hohen US-Zölle, da das Unternehmen über kein eigenes Werk in den Vereinigten Staaten verfügt. Eine Entscheidung über eine mögliche Produktionsstätte in den USA soll noch in diesem Jahr getroffen werden. In China zeigte sich zunächst ein positiver Trend durch die neue Submarke SAIC AUDI, die im September 2025 den E5 Sportback auf den Markt brachte. Mit 10.000 Vorbestellungen und Auszeichnungen wie dem Titel „China Car of the Year“ schien der Erfolg gesichert. Doch der aggressive Preiskrieg bei Elektroautos in China drückt die Margen, sodass der E5 Sportback nun mit Rabatten ab 25.000 Euro angeboten wird.
Neue Modelle als Schlüssel zur Erholung
Audi-CEO Gernot Döllner hat das ambitionierte Ziel, die Rendite langfristig wieder in den zweistelligen Bereich zu bringen. Dafür setzt das Unternehmen auf eine umfangreiche Modelloffensive. Im Fokus steht der vollelektrische A2 e-tron, der im Herbst Premiere feiern soll. Dieses praktische Alltagsauto, das auf einem Teaserfoto dem Q4 e-tron ähnelt, wird preislich zwischen 33.000 und 35.000 Euro erwartet. Am oberen Ende der Skala plant Audi den Q9, ein XXL-SUV, das 2026 präsentiert werden soll. Basierend auf der Premium Platform Combustion, die gemeinsam mit Porsche entwickelt wurde, kann der Q9 sowohl als Verbrenner als auch elektrifiziert angeboten werden. Für Sportwagen-Enthusiasten könnte die Studie Concept C in Serie gehen und den TT ersetzen. Bereits verfügbar ist der neue Audi RS 5 mit 639 PS, allerdings zu einem Preis von mindestens 106.200 Euro.
Zukunftsstrategie und Sparmaßnahmen
Mit dieser Modelloffensive und einem begleitenden Sparprogramm strebt Audi an, die operative Marge auf sechs bis acht Prozent zu steigern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld zu stärken. Die Ingolstädter zeigen damit Entschlossenheit, trotz externer Belastungen wie US-Zöllen und dem chinesischen Preiskampf ihre Position zu festigen.



