Audi steigert Gewinn überraschend trotz Branchenkrise – Jobabbau schreitet voran
Audi steigert Gewinn überraschend trotz Branchenkrise

Audi erzielt überraschenden Gewinnsprung in schwierigem Branchenumfeld

Die Audi AG aus Ingolstadt hat im Geschäftsjahr 2025 gegen den allgemeinen Branchentrend einen bemerkenswerten Gewinnanstieg verzeichnet. Nach Steuern erwirtschaftete der Automobilhersteller einen Nettogewinn von 4,6 Milliarden Euro, was einem Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese positive Entwicklung überraschte viele Marktbeobachter, da die deutsche Automobilindustrie insgesamt mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist.

Ausgleichszahlung der Konzernmutter als entscheidender Faktor

Der Gewinnzuwachs ist maßgeblich auf eine substanzielle Ausgleichszahlung der Volkswagen-Konzernmutter aus Wolfsburg zurückzuführen. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger bezifferte diese Zahlung als hohen dreistelligen Millionenbetrag, der das Finanzergebnis des Audi-Konzerns auf 2,2 Milliarden Euro verdoppelte. Zum Audi-Konzern gehören neben der Kernmarke auch die Luxusmarken Bentley und Lamborghini sowie der Motorradhersteller Ducati.

Dennoch zeigt die operative Entwicklung ein differenziertes Bild: Das operative Ergebnis sank im gleichen Zeitraum um knapp 14 Prozent. „Wir haben ein anspruchsvolles Jahr finanziell robust abgeschlossen“, betonte Rittersberger bei der Vorstellung der Zahlen. Die Belastungen für das Unternehmen waren erheblich: Neue US-Zölle kosteten Audi 1,2 Milliarden Euro, während Rückstellungen für CO2-Emissionen und der angekündigte Personalabbau jeweils weitere 0,4 Milliarden Euro ausmachten.

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Fortschritte beim geplanten Personalabbau

Beim bereits vor einem Jahr angekündigten Stellenabbau verzeichnet Audi deutliche Fortschritte. Von der ersten Tranche des Personalabbaus – 6.000 Arbeitsplätze bis 2027 – sind bereits 65 Prozent entweder vollzogen oder vertraglich fixiert. Dies entspricht etwa 3.900 Stellen. Insgesamt plant der Konzern bis 2029 den Abbau von 7.500 Arbeitsplätzen.

Neben der Ausgleichszahlung aus Wolfsburg wirkten sich gute Auslieferungszahlen zum Jahresende und eine konsequente Kostendisziplin positiv auf das Ergebnis aus. Für das laufende Jahr 2026 kündigte Audi weitere Sparmaßnahmen an, da der Margen- und Effizienzdruck nach wie vor hoch bleibt. Dennoch strebt das Unternehmen eine operative Marge von 6 bis 8 Prozent an, was deutlich über den 5,1 Prozent des abgelaufenen Jahres liegen würde.

Herausforderungen im China-Geschäft und durch US-Zölle

Besonders herausfordernd gestaltet sich für Audi das Geschäft in China, wo der Wettbewerbsdruck massiv zugenommen hat. Im Bereich der Elektroautos und Hybride herrsche dort ein regelrechter Preiskrieg, wie Rittersberger erklärte. Die Absätze in China gingen zurück, was sich aufgrund von Joint-Venture-Strukturen allerdings nicht direkt im Umsatz des Konzerns niederschlägt.

Die Belastungen durch US-Zölle werden auch 2026 hoch bleiben. Audi rechnet mit einem ähnlichen Niveau wie 2025, allerdings über zwölf statt neun Monate. Die Entscheidung über ein mögliches eigenes Werk in den USA verzögert sich weiter. Konzernchef Gernot Döllner bestätigte, dass die Entscheidung im Laufe dieses Jahres im VW-Konzernvorstand getroffen werden soll. Anders als Konkurrent BMW verfügt Audi bisher über keine eigene Produktionsstätte in den USA und ist daher besonders stark von den dortigen Zollbelastungen betroffen.

Wettbewerbslage im Premiumsegment

Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi im innerdeutschen Wettbewerb seinen beiden großen Konkurrenten wieder an. Während Audi seinen Gewinn steigern konnte, musste BMW im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang auf 7,5 Milliarden Euro hinnehmen. Mercedes-Benz verzeichnete sogar einen deutlichen Absturz auf 5,3 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr erwartet Audi einen Umsatz zwischen 63 und 68 Milliarden Euro, was in etwa dem Niveau von 2025 entspricht. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 1 Milliarde auf 65,5 Milliarden Euro gestiegen. 2025 lieferte Audi 1,62 Millionen Fahrzeuge der Kernmarke aus, dazu kamen 10.747 Lamborghini und 10.131 Bentleys.

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