Audi steigert Gewinn überraschend trotz Branchenkrise und US-Zöllen
Audi steigert Gewinn trotz Krise und US-Zöllen

Audi verbucht überraschenden Gewinnanstieg in schwierigem Branchenumfeld

Der Ingolstädter Automobilhersteller Audi hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen bemerkenswerten Gewinnzuwachs verzeichnet. Entgegen dem allgemeinen Branchentrend, der von Verlusten bei Konkurrenten wie Mercedes und Porsche geprägt ist, konnte Audi seinen Nettogewinn nach Steuern auf 4,6 Milliarden Euro steigern. Dies entspricht einer Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Finanzergebnis verdoppelt sich trotz operativer Herausforderungen

Besonders bemerkenswert ist die Verdopplung des Finanzergebnisses auf 2,2 Milliarden Euro. Dieser Anstieg ist laut Finanzchef Jürgen Rittersberger vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Einerseits auf ein starkes viertes Quartal, andererseits auf eine erhebliche Ausgleichszahlung des Mutterkonzerns Volkswagen. Rittersberger bezifferte diese Zahlung mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Dem gegenüber steht ein Rückgang des operativen Ergebnisses um knapp 14 Prozent. Die operative Marge lag im vergangenen Jahr bei 5,1 Prozent. Für das laufende Jahr hat Audi jedoch ambitionierte Ziele formuliert und strebt eine operative Marge von sechs bis acht Prozent an.

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Hohe Belastungen durch US-Zölle und Strukturmaßnahmen

Der Konzern musste im vergangenen Jahr erhebliche finanzielle Belastungen verkraften. Die neuen US-Zölle kosteten Audi nach Angaben von Rittersberger 1,2 Milliarden Euro. Weitere 400 Millionen Euro entfielen auf Rückstellungen für die CO₂-Regulierung und den bereits vor einem Jahr angekündigten umfangreichen Jobabbau.

Bis 2027 plant Audi den Abbau von insgesamt 6000 Arbeitsplätzen. Laut Finanzvorstand sind davon bereits 65 Prozent – das entspricht 3900 Stellen – entweder vollzogen oder vertraglich fixiert. Trotz dieser strukturellen Maßnahmen will der Konzern auch im laufenden Jahr weiter sparen.

Herausforderungen im Chinageschäft und Umsatzentwicklung

Besonders unter Druck steht Audi im chinesischen Markt, wo der Wettbewerb um Elektroautos und Hybride besonders intensiv ist. Die Absätze in China sind rückläufig, was sich allerdings aufgrund von Joint Ventures nicht direkt in der Umsatzbilanz niederschlägt.

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um eine Milliarde Euro auf 65,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet Audi einen Umsatz zwischen 63 und 68 Milliarden Euro, was einem ähnlichen Niveau wie 2025 entspricht. Zum Audi-Konzern gehören neben der Kernmarke auch die Premiummarken Bentley, Lamborghini und Ducati.

Ausblick auf 2026 mit weiterhin hohen Belastungen

Für das laufende Jahr rechnet Audi mit ähnlich hohen Belastungen durch die US-Zölle wie im Vorjahr. Allerdings werden diese Belastungen nicht nur neun, sondern zwölf Monate lang anfallen, was die finanzielle Herausforderung zusätzlich verschärft.

Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi seinen beiden großen deutschen Konkurrenten Mercedes und BMW wieder an. Während BMW bislang der Branchenkrise trotzt, musste auch der Münchner Autobauer einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen. Audi hat damit gezeigt, dass es dem Konzern gelingt, auch in schwierigen Marktumfeldern finanziell robust zu agieren.

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