Am frühen Sonntagabend lieferten die Bayern in der Easycredit Basketball-Bundesliga einen echten Krimi ab. Mit 90:88 besiegten sie Rasta Vechta und beendeten damit die beeindruckende Serie der Niedersachsen, die zuvor fünf Spiele in Folge ungeschlagen waren. Die Gastgeber konnten befreit aufspielen, da sie seit Freitag nach dem Sieg gegen Alba Berlin als Gewinner der Hauptrunde feststanden. Für die Mannschaft von Trainer Svetislav Pešić war es der dritte Erfolg innerhalb von sechs Tagen.
Die Trainersuche überschattet alles
Doch die Ergebnisse der Bayern werden weiterhin von der Suche nach einem neuen Cheftrainer überlagert. Wer wird die Nachfolge von Legende Svetislav Pešić antreten? Bambergs Anton Gavel gilt als heißer Kandidat. Auch eine Doppellösung mit ihm und Chris Fleming wird als Modell diskutiert. Was wünschen sich die Stars? Wie soll der neue Mann an der Seitenlinie ticken?
Voigtmann äußert sich zu den Anforderungen
Welt- und Europameister Johannes Voigtmann beantwortete die Frage nach den Voraussetzungen für den neuen Trainer zunächst scherzhaft: „Blendet ihr hier unten gleich meinen Namen ein? Steht da dann drunter Sportdirektor?“ Dann wurde der Bayern-Center aber ernst: „Ist eine gute Frage, ich bin froh, dass ich mich damit nicht beschäftigen muss. Es ist nicht meine Aufgabe. Natürlich musst du als Bayern-Trainer gewinnen wollen und große Ambitionen haben. Da wird sich mit Sicherheit ein Guter finden.“
Auf die Frage, ob der neue Coach internationale Erfahrung mitbringen müsse, antwortete Voigtmann: „Wir haben viele Trainer in der EuroLeague gesehen, die als Newcomer richtig gute Leistungen gebracht haben. Und es gibt die Alteingesessenen, die es geschafft haben, Teams in die Spur zu bringen. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass beide Wege ihren Charme haben und funktionieren können.“
Spielverlauf: Vechta überrascht im ersten Viertel
Im Spiel selbst überraschte Vechta, indem es das erste Viertel mit 28:23 gewann. Pešić ließ seine Startformation (Mike, McCormack, Rathan-Mayes, Giffey und Obst) komplett durchspielen. Zu Beginn des zweiten Viertels wechselte er fast komplett durch – nur Giffey blieb auf dem Feld. Kommentator Flo Pertsch, der das Spiel für Dyn und Sportbild.de kommentierte, bemerkte: „Pešić heute mit der Eishockey-Taktik. Blockwechsel! Einfach mal etwas Neues probieren.“
Nach drei Minuten und 30 Sekunden im zweiten Viertel hatte Weltmeister Niels Giffey seinen großen Auftritt: Unter dem Korb spielte er einen Pass über den Kopf hinweg zu Oscar da Silva, der hinter ihm stand. Kommentator Pertsch war begeistert: „Ist es Nikola Jokić oder Niels Giffey? Ich weiß es langsam nicht mehr. Was für ein nices Teil. Schaut es euch an, rahmt es euch ein.“
Zur Halbzeit führten die Bayern mit 46:42. Auch nach der Pause gaben die Gastgeber im BMW-Park den Ton an, allerdings ohne eine Top-Leistung zu zeigen. Kommentator Pertsch: „Die Bayern hier heute im dritten Gang.“ Johannes Voigtmann kam erst Mitte des dritten Viertels ins Spiel. Mit 68:64 ging es ins Schlussviertel. Am Ende wurde es richtig spannend, doch die Bayern behielten die Nerven und sicherten sich den knappen Sieg.



