Der Münchner Automobilhersteller BMW hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdiente der Konzern von Januar bis März rund 1,67 Milliarden Euro – ein Minus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz sank um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro. Grund dafür sind unter anderem Währungseffekte und ein Absatzrückgang von 3,5 Prozent auf 565.780 Fahrzeuge.
Zollpolitik belastet Geschäft
Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle machten BMW zu schaffen. Im Vorjahresquartal hatten diese noch nicht gegolten, weshalb der Vergleich nicht ganz fair sei, so der Konzern. Auch im laufenden Geschäftsjahr werden die Zölle das Unternehmen belasten, wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025. Besonders die Schwäche in China machte sich bemerkbar, unter der alle deutschen Hersteller leiden. Zwar konnte Europa gute Geschäfte verzeichnen, doch reichten diese nicht aus, um die Verluste auszugleichen.
Rekord bei Auftragseingängen in Europa
Positiv stimmt den scheidenden Konzernchef Oliver Zipse die Auftragsentwicklung in Europa. „Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres“, sagte Zipse. Er betonte, dass man mit der Einführung der „Neuen Klasse“ die richtige Entscheidung getroffen habe. Insgesamt sieht er das Unternehmen „richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein“.
Sparmaßnahmen ohne großes Programm
Trotz der schwierigen Lage will BMW sparen, jedoch ohne große Sparprogramme anzukündigen. Finanzvorstand Walter Mertl erklärte: „Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten. Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.“
Führungswechsel bei BMW
Oliver Zipse wird sein Amt als Konzernchef auf der Hauptversammlung am 13. Mai niederlegen. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic, der bisher Produktionsvorstand war – eine Position, die auch Zipse vor seinem Aufstieg innehatte. Nedeljkovic übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser. Die Quartalszahlen waren die letzten, die Zipse verantwortete.
Daimler Truck mit drastischem Gewinneinbruch
Deutlich schlimmer als BMW hat es den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck getroffen. Der Gewinn brach in den ersten drei Monaten um 80 Prozent auf 149 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 9,98 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 71 Prozent auf 292 Millionen Euro. Hauptgrund sei die geringere Profitabilität in Nordamerika, so das Unternehmen. Positiv entwickelten sich hingegen die Auftragseingänge, die um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen. In den USA hätten sich die Aufträge noch deutlicher erholt.



