BMW trotzt der Autokrise: Kleiner Gewinnrückgang bei stabiler Strategie
BMW: Kleiner Gewinnrückgang trotz Autokrise

BMW stemmt sich erfolgreich gegen die Autokrise

Während die deutsche Automobilindustrie mit massiven Herausforderungen kämpft, zeigt sich der Münchner Autobauer BMW erstaunlich resilient. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen lediglich einen Gewinnrückgang von 3 Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro. Diese Entwicklung übertrifft deutlich die Erwartungen von Analysten, die mit einem Ergebnis unter 7 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Stabiler als die deutsche Konkurrenz

Der vergleichsweise moderate Gewinneinbruch bei BMW steht in starkem Kontrast zu den Entwicklungen bei den beiden großen deutschen Konkurrenten. Sowohl Mercedes als auch Volkswagen mussten im gleichen Zeitraum nahezu eine Halbierung ihrer Gewinne verkraften. Während bei Mercedes noch 5,3 Milliarden Euro Plus unter dem Strich standen, erreichte der deutlich größere Volkswagen-Konzern 6,9 Milliarden Euro.

Damit hat sich BMW im Gewinnranking der deutschen Automobilhersteller an die Spitze gesetzt. Es handelt sich zwar bereits um den dritten Gewinnrückgang in Folge auf Jahressicht, doch im Vergleich zu den massiven Einbrüchen der Konkurrenz erscheint die Entwicklung bei den Münchnern geradezu harmlos.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Strategische Vorteile zeigen Wirkung

Ein entscheidender Pluspunkt für BMW ist die flexible Produktionsstrategie. Die Werke des Unternehmens sind so gestaltet, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Diese Flexibilität hilft, die Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern.

BMW-Chef Oliver Zipse betonte: „Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen.“

Kein großes Jobabbauprogramm notwendig

Während andere deutsche Autobauer umfangreiche Stellenstreichungsprogramme ankündigen, kommt BMW bisher ohne solche Maßnahmen durch die Krise. Zwar ist die Mitarbeiterzahl bereits 2025 leicht gesunken und wird voraussichtlich auch 2026 weiter zurückgehen, doch auf drastische Personalreduzierungen konnte bisher verzichtet werden.

Ein weiterer strategischer Vorteil ist das eigene große Werk in den USA. Dort wurden vergangenes Jahr knapp 413.000 Autos produziert, wovon mehr als die Hälfte in den USA blieb. Dadurch muss BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos importieren und ist von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont.

Die Neue Klasse startet erfolgreich

Die Jahresbilanz markiert das Ende der Ära Zipse, der am 14. Mai von seinem designierten Nachfolger Milan Nedeljkovic abgelöst wird. Nedeljkovic war bisher Produktionsvorstand und ist somit bestens vertraut mit Zipses wichtigstem Projekt: der Neuen Klasse.

Der erste Vertreter dieser neuen Modellreihe, der iX3, wurde bereits vergangenes Jahr vorgestellt und steht seit wenigen Tagen bei den Händlern. Mit 50.000 Bestellungen ist der Start äußerst erfolgreich verlaufen, sodass bereits im Januar eine zusätzliche Produktionsschicht eingeführt wurde. In Kürze will BMW zudem das nächste Auto der Neuen Klasse vorstellen: den elektrischen i3 als Gegenstück zum klassischen 3er.

Vorsichtige Prognose für 2026

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt BMW bei den Aussichten für das laufende Jahr zurückhaltend. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler Auslieferungen moderat sinken wird. Als Gründe werden Belastungen durch Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe genannt.

Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 133 Milliarden Euro, und auch die Prognose für 2026 fällt negativ aus. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass BMWs strategische Ausrichtung in der Krise Früchte trägt und das Unternehmen besser positioniert ist als viele seiner Wettbewerber.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration