BMW trotzt Branchenkrise: Nur leichter Gewinnrückgang dank US-Werk und flexibler Produktion
BMW trotzt Krise mit nur 3% Gewinnrückgang

BMW trotzt der Branchenkrise mit robusten Zahlen

Inmitten einer schwierigen Phase für die globale Automobilindustrie präsentiert sich der bayerische Autobauer BMW erstaunlich widerstandsfähig. Während die Konkurrenten Volkswagen und Mercedes-Benz mit massiven Gewinneinbrüchen zu kämpfen haben, konnte BMW seinen Überschuss im vergangenen Jahr auf vergleichsweise stabilem Niveau halten.

Gewinnranking: BMW überholt die Konkurrenz

Der Konzernüberschuss bei BMW ist im Jahr 2025 lediglich um drei Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro gesunken. Diese Entwicklung übertrifft deutlich die Erwartungen von Analysten, die mit einem Gewinn unter sieben Milliarden Euro gerechnet hatten. Damit positioniert sich BMW im Gewinnranking der deutschen Automobilhersteller auf Platz eins.

Zum Vergleich: Mercedes verzeichnete im selben Zeitraum einen Gewinn von 5,3 Milliarden Euro, während der deutlich größere Volkswagen-Konzern auf 6,9 Milliarden Euro kam. Beide Wettbewerber mussten damit fast eine Halbierung ihrer Gewinne hinnehmen.

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Strategische Weichenstellungen zahlen sich aus

Mehrere strategische Entscheidungen der vergangenen Jahre erweisen sich nun als entscheidende Wettbewerbsvorteile für den Münchner Konzern:

  • US-Produktion: Dank eines eigenen großen Werks in den USA wird BMW zumindest teilweise von amerikanischen Zöllen verschont. Im vergangenen Jahr wurden dort knapp 413.000 Fahrzeuge produziert, wovon mehr als die Hälfte direkt auf dem US-Markt verkauft wurde.
  • Flexible Fertigung: Die Werke sind so konzipiert, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Diese Flexibilität hilft, Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern.
  • Beschäftigungssicherung: Während andere deutsche Autobauer Stellenabbau ankündigen, ist BMW bisher ohne größere Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen.

Zipses Abschied und die Neue Klasse

Die vorgelegte Jahresbilanz markiert das Ende der Ära von BMW-Chef Oliver Zipse, der am 14. Mai von seinem designierten Nachfolger Milan Nedeljkovic abgelöst wird. Zipse betonte in seiner abschließenden Bilanz: "Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten."

Nedeljkovic, bisheriger Produktionsvorstand, übernimmt das Unternehmen in einer Phase, in der die Neue Klasse von Elektrofahrzeugen an Bedeutung gewinnt. Der erste Vertreter dieser Serie, der iX3, steht bereits bei den Händlern und hat mit hohen Bestellzahlen einen starken Start hingelegt. BMW hat bereits im Januar eine zusätzliche Produktionsschicht eingeführt.

Vorsichtige Prognosen für 2026

Trotz der vergleichsweise robusten Zahlen bleibt BMW für das laufende Jahr vorsichtig. Der Konzern geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler Auslieferungen moderat sinken wird. Belastungen durch Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe tragen zu dieser zurückhaltenden Prognose bei.

Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 133 Milliarden Euro, was die allgemeinen Herausforderungen der Branche widerspiegelt. Es handelt sich bereits um den dritten Gewinnrückgang in Folge auf Jahressicht, doch im Vergleich zu den massiven Einbrüchen bei den Konkurrenten erscheint diese Entwicklung bei BMW geradezu harmlos.

In Kürze wollen die Münchner zudem das nächste Auto der Neuen Klasse vorstellen: den elektrischen i3 als Gegenstück zum klassischen 3er in einem für BMW zentralen Volumenbereich. Diese Produktoffensive soll helfen, die Position in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu festigen.

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