Deutsche Automobilindustrie in der tiefen Krise
Innerhalb weniger Tage haben die größten deutschen Autobauer alarmierende Gewinneinbrüche gemeldet. Die Branche steckt in einer schweren Krise, die durch mehrere Faktoren gleichzeitig verschärft wird: Die wirtschaftliche Schwäche in China, drückende US-Zölle und ein erbitterter Preiskampf im Elektroauto-Segment, der die Margen massiv belastet.
BMW noch vergleichsweise stabil
Bei BMW sank das operative Ergebnis um 11,5 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro – der niedrigste Stand seit der Coronapandemie. Der Nettogewinn belief sich auf 7,5 Milliarden Euro, was einem Minus von etwa 3 Prozent entspricht. Die Marge im Kerngeschäft mit Automobilen fiel auf lediglich 5,3 Prozent. Trotz dieser negativen Entwicklung präsentiert sich BMW im direkten Vergleich mit den Konkurrenten noch als stabilster Player. Das operative Ergebnis übertrifft sowohl Mercedes-Benz mit 5,8 Milliarden Euro als auch den Volkswagen-Konzern mit 8,9 Milliarden Euro.
Mercedes-Benz verliert fast die Hälfte des Gewinns
Mercedes-Benz hatte seine Zahlen bereits Mitte Februar vorgelegt und dabei einen deutlichen Rückgang offenbart. Der Stuttgarter Autobauer verlor im vergangenen Jahr fast die Hälfte seines Gewinns. Das Konzernergebnis sank 2025 um rund 49 Prozent – von 10,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 5,3 Milliarden Euro. Mercedes-Chef Ola Källenius kämpft mit schwacher Nachfrage und enormem Margendruck.
Volkswagen und Daimler Truck ebenfalls betroffen
Volkswagen kämpft ebenfalls mit massiven Renditeproblemen. Zwar erzielte der Konzern einen Gewinn von 6,9 Milliarden Euro, doch die operative Marge liegt nur noch bei bescheidenen 2,8 Prozent. Der Nettogewinn sackte um 44 Prozent ab. Im Nutzfahrzeugsegment sieht es kaum besser aus. Daimler Truck meldete einen Gewinneinbruch von 34 Prozent. Das Konzernergebnis sank von 3,1 Milliarden Euro auf zwei Milliarden Euro. Besonders Nordamerika schwächelt, wo der Absatz um 26 Prozent einbrach.
Porsche verliert fast den gesamten Gewinn
Noch dramatischer stellt sich die Situation bei Porsche dar. Der Gewinn der Volkswagen-Tochter brach um mehr als 90 Prozent auf lediglich 310 Millionen Euro ein. Hohe Investitionen in Elektromodelle, schwache Nachfrage in China und drückende US-Zölle setzen dem Sportwagenhersteller massiv zu und gefährden die bisherige Profitabilität.
Strukturelle Probleme der Branche
Autoexpertin Beatrix Keim vom Center Automotive Research sieht strukturelle Probleme: „Der Druck auf die Margen kommt von mehreren Seiten gleichzeitig – China, Zölle und hohe Investitionen in neue Technologien.“ Die schwarze Woche zeigt deutlich: Die großen deutschen Automobilhersteller stehen geschlossen unter Druck. BMW hält sich noch am besten, doch die Luft für die gesamte Branche wird zunehmend dünner. Die Herausforderungen erfordern tiefgreifende strategische Anpassungen, um in einem sich radikal verändernden Marktumfeld langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.



