Elektroauto-Preise sinken erstmals seit 2020 dank EU-Vorgaben
Die Preise für Elektroautos sind im vergangenen Jahr erstmals seit 2020 wieder gesunken, wie eine aktuelle Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt. Dieser Rückgang wird maßgeblich auf die verschärften Kohlendioxid-Vorgaben der Europäischen Union zurückgeführt, die Hersteller dazu zwingen, mehr emissionsarme Fahrzeuge anzubieten.
Kleinwagen als Treiber der Preissenkung
Laut T&E haben Autobauer vermehrt kleine und damit günstigere Elektroautos auf den Markt gebracht, was den durchschnittlichen Preis in der EU auf 42.700 Euro senkte – ein Rückgang von 1.800 Euro oder 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders in der Fahrzeugklasse der Kleinwagen sanken die Preise um bemerkenswerte 13 Prozent.
Lucien Matthieu, Autoexperte bei T&E, kommentiert: „Die Autobauer geben es nicht gern zu, aber der Zeitpunkt neuer erschwinglicher Modelle ist unmissverständlich.“ Er führt dies direkt auf die gesunkenen CO2-Grenzwerte der EU zurück, die Hersteller dazu anhalten, mehr Elektrofahrzeuge zu verkaufen, um die Emissionsziele zu erreichen.
Elektroautos auf dem Weg zur Preisparität mit Verbrennern
Die Organisation betont, dass Elektroautos „auf dem besten Weg“ sind, preislich mit herkömmlichen Verbrennern gleichzuziehen. Bei teureren Modellen sei dies bereits der Fall, während Kleinst- und Kleinwagen sowie Fahrzeuge der Mittelklasse diesen Punkt voraussichtlich bis 2030 erreichen werden.
Zu den bereits verfügbaren erschwinglichen Modellen zählen der Dacia Spring und der Citroën ë-C3. In diesem Jahr kommen weitere Modelle wie der Renault Twingo E-Tech und später der VW ID. Polo auf den Markt, was die Auswahl für Verbraucher weiter verbessert.
Warnung vor Abschwächung der CO2-Grenzwerte
T&E warnt jedoch davor, die CO2-Grenzwerte abzuschwächen, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen. Geplant ist unter anderem, dass Hersteller Verfehlungen der Ziele für 2030 in den Folgejahren ausgleichen könnten. Matthieu warnt, dass ein solcher Schritt „jetzt das Signal sendet, erschwingliche Modelle zurückzuhalten“ und den Fortschritt behindern könnte.
Die EU-Umweltminister werden am kommenden Dienstag erstmals über diese Vorschläge beraten, die Kern einer Debatte um das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 darstellen. Parallel dazu hat die Bundesregierung kürzlich eine neue Elektroautoprämie angekündigt, was zu einem Wettbewerb der Hersteller mit Rabatten geführt hat.
Insgesamt zeigt die Analyse, dass regulatorische Maßnahmen und Marktinnovationen zusammenwirken, um Elektromobilität zugänglicher zu machen und die Klimaziele der EU zu unterstützen.



