Eterna-Ausverkauf gestartet: Olymp übernimmt nur Markenrechte des Hemden-Herstellers
Eterna-Ausverkauf: Olymp übernimmt nur Markenrechte

Das Ende einer Ära: Eterna startet Räumungsverkauf nach 163 Jahren

Es ist ein historischer Einschnitt in der deutschen Modegeschichte: Der traditionsreiche Hemden- und Blusenhersteller Eterna, der seit 1863 den Markt mitgeprägt hat, befindet sich im finalen Ausverkauf. Nach der Insolvenzanmeldung im Dezember 2025 und der angekündigten Geschäftsaufgabe zum Sommer 2026 hat nun der flächendeckende Räumungsverkauf in den Filialen begonnen.

Olymp übernimmt nur den Namen – nicht das Unternehmen

In einer überraschenden Entwicklung hat der langjährige Konkurrent Olymp lediglich die Markenrechte von Eterna erworben, nicht jedoch das Unternehmen selbst. Mark Bezner, Inhaber und CEO der Olymp Bezner-Gruppe aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg, äußerte sich respektvoll: „Wir haben großen Respekt vor der unternehmerischen Leistung unseres langjährigen Marktbegleiters Eterna, der den deutschen und europäischen Hemden-Markt jahrzehntelang mit Olymp geprägt hat.“

Bezner betonte weiter, dass verschiedene Szenarien geprüft würden, um die traditionsreiche Marke Eterna für treue Kunden und Handelspartner wieder erfolgreich im Markt zu etablieren. Was konkret mit der Marke geschehen wird, bleibt jedoch vorerst unklar.

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Räumungsverkauf in vollem Gange

Der Münchner Merkur und andere Medien berichten bereits von laufenden Abverkäufen in mehreren Städten:

  • In Bonn und Wiesbaden haben die Räumungsverkäufe bereits begonnen
  • In Nürnberg weisen Plakate mit Aufschriften wie „Alles muss raus“ und „3 Blusen 99 Euro“ auf den Ausverkauf hin
  • Der Online-Shop von Eterna ist nicht mehr aktiv, neue Bestellungen sind nicht mehr möglich
  • In den stationären Geschäften kann noch bis Ende Juni eingekauft werden

400 Mitarbeiter erhalten Kündigungen

Das Ende betrifft nicht nur die Marke, sondern vor allem die Menschen hinter dem Unternehmen. Nach Informationen der BILD haben rund 400 Mitarbeiter ihre Kündigungen zum 30. Juni 2026 erhalten. Bundesweit betreibt Eterna derzeit noch 33 Läden, weltweit wurden tausende Händler beliefert.

Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther gab gegenüber BILD eine vorsichtige Hoffnung bekannt: „Wir versuchen zurzeit, für einen kleinen Teil der Filialen einen Kaufvertrag mit einem Interessenten zu schließen, der ggf. auch einige Mitarbeiter übernehmen könnte.“

Schwierige Lage in der gesamten Modebranche

Das Schicksal von Eterna spiegelt die generell angespannte Situation in der Modebranche wider. Die bekannte Mode-Kette Wormland hat ebenfalls Insolvenz angemeldet, und beim Mode-Discounter KiK sollen europaweit 300 Filialen schließen.

Als Hauptgründe für diese Entwicklung werden genannt:

  1. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher in wirtschaftlich unsicheren Zeiten
  2. Steigende Kosten für Unternehmen durch höhere Energie- und Materialpreise
  3. Veränderte Einkaufsgewohnheiten und der anhaltende Trend zum Online-Handel

Eterna hatte zunächst versucht, die Insolvenz in Eigenverwaltung zu bewältigen, doch es fand sich kein Investor, der das gesamte Unternehmen übernehmen wollte. Nun bleibt nur noch der Ausverkauf der verbliebenen Warenbestände, bevor nach 163 Jahren endgültig der Vorhang fällt für einen der traditionsreichsten deutschen Modehersteller.

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