Ex-VW-Chef Matthias Müller fordert Öffnung der Brandmauer zur AfD und kritisiert Deutschland als DDR 2.0
Ex-VW-Chef Müller: Brandmauer zur AfD öffnen - Deutschland als DDR 2.0

Ex-Volkswagen-Chef Matthias Müller fordert Ende der AfD-Brandmauer

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns, Matthias Müller, hat sich in einem kontroversen Interview für eine Öffnung der sogenannten Brandmauer zur rechtsextremen AfD ausgesprochen. Der frühere Autoboss, der Deutschland aktuell auf dem Weg zu einer "DDR 2.0" sieht, fordert demokratische Politiker auf, Gespräche mit der AfD zu führen.

"Ein Stück weit öffnen" für mehr Transparenz

In einem exklusiven Gespräch mit dem Nachrichtenportal »T-Online« erklärte Müller: "Es ist notwendig, mit ihr zu reden". Der gebürtige Sachse, der in Bayern aufwuchs und nach dem Dieselskandal 2015 die Führung bei Volkswagen übernahm, argumentiert, dass die aktuelle Brandmauer-Politik der AfD ermögliche, sich "schön eingehegt weiterzuentwickeln".

Müller sieht in der strikten Abschottung ein strategisches Problem: "Die Brandmauer sollte ein Stück weit geöffnet werden, um so die Unfähigkeit der Partei zutage zu bringen". Damit spricht er sich explizit für Dialoge zwischen demokratischen Parteien und der AfD aus, die im Bundestag und mehreren Landtagen die zweitgrößte Fraktion stellt.

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Kritik an aktueller Politik und Warnung vor Vollkasko-Staat

Die Forderung nach einer Öffnung zur AfD ist nicht die einzige provokante Position, die der ehemalige Topmanager vertritt. Müller übt scharfe Kritik an der politischen Entwicklung Deutschlands, das er "auf dem Weg zu einer DDR 2.0" sieht. Seiner Meinung nach entwickelt sich die Bundesrepublik zu einem Vollkasko-Staat, in dem Bürger vorwiegend Ansprüche an den Staat stellen und Eigenverantwortung vernachlässigen.

Der FDP-Mann, der auch Mitglied der konservativen Denkfabrik R21 ist, fordert zudem eine grundlegende Neuausrichtung der Europäischen Union. Er plädiert für die Gründung einer neuen Kern-EU mit gleichgesinnten Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Polen.

Hintergrund: Müllers politische Verortung und AfD-Wählerschaft

Matthias Müller analysiert die Wählerschaft der AfD differenziert: "Die Partei hat nicht nur rechtsradikale, sondern auch rechtskonservative Wähler, ganz normale Menschen, die früher vielleicht CDU oder CSU gewählt haben und sich aus Verzweiflung dorthin begeben haben". Diese Einschätzung teilt er mit Andreas Rödder, dem Chef der Denkfabrik R21 und ehemaligen Leiter der CDU-Grundwertekommission, der seit längerem gegen die Brandmauer argumentiert.

Der ehemalige Porsche-Chef, der Volkswagen von 2015 bis 2018 führte, äußert sich auch zur Zukunft seiner eigenen Partei. Er fordert die FDP auf, ihren ehemaligen Parteichef Christian Lindner zurückzuholen. Lindner war in der Ampelregierung unter Kanzler Olaf Scholz Finanzminister und wechselte nach dem Ausscheiden seiner Partei aus dem Bundestag Anfang 2025 ins Management eines Autohandelsunternehmens.

Brandmauer-Debatte im politischen Kontext

Die von Müller angestoßene Debatte findet vor dem Hintergrund statt, dass das Kooperationsverbot mit der AfD auf verschiedenen politischen Ebenen regelmäßig durchbrochen wird. Nicht nur konservative Politiker, sondern zuletzt auch Vertreter der Grünen und Linken haben gemeinsam mit der AfD in Parlamenten abgestimmt.

Müllers radikale Positionen lösen in der politischen Landschaft kontroverse Reaktionen aus. Seine Forderungen nach einer Öffnung zur AfD und die scharfe Kritik an der deutschen Staatsentwicklung markieren einen bemerkenswerten Beitrag eines ehemaligen Wirtschaftsführers zur aktuellen politischen Diskussion.

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