Experten-Plan könnte Diesel und Benzin deutlich verbilligen
Die Spritpreise befinden sich weiterhin im Höhenflug, und beim Diesel droht sogar ein neues Allzeithoch. Ein Vorschlag aus der Wirtschaft könnte jedoch schnelle Entlastung für Autofahrer bringen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert die Bundesregierung auf, die Energiesteuer deutlich zu senken, um die Belastung für Verbraucher und die Wirtschaft zu reduzieren.
Forderung nach Senkung der Energiesteuer
DIHK-Chefin Helena Melnikov erklärt gegenüber der „BILD“, dass die Bundesregierung die Energiesteuern für Diesel, Benzin, Gas und Heizöl noch vor Ostern vorübergehend auf das EU-Mindestniveau senken sollte. „Das würde Benzin unterm Strich um rund 35 Cent und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter entlasten“, so Melnikov. Gleichzeitig solle die Stromsteuer dauerhaft auf das EU-Mindestniveau gesenkt werden. „Da es sich um eine reine Bundessteuer handelt, wäre das rasch umsetzbar.“
Auswirkungen auf den Spritpreis
Aktuell schlägt der Staat beim Benzin 65,45 Cent Energiesteuer auf jeden Liter drauf, beim Diesel sind es 47,04 Cent. Eine Senkung auf das EU-Mindestmaß von 35 Cent für Benzin und 17 Cent für Diesel würde bei einer 50-Liter-Tankfüllung eine Verbilligung von etwa 17,50 Euro beim Benzin und knapp 8,50 Euro beim Diesel bedeuten. Auch der ADAC unterstützt diese Forderung und betont, dass nur so Verbraucher schnell und wirksam entlastet werden können.
Wirtschaftliche Argumente für die Steuersenkung
Melnikov argumentiert, dass dem Staat bei einem Verzicht auf die Steuersenkung das Geld am Ende an anderer Stelle fehlen könnte. Aufgrund der steigenden Öl- und Benzinpreise drohen der Wirtschaft massive Mehrkosten, was zu geringeren Steuereinnahmen für den Staat führen könnte. „Ohne diese Entlastung wird es am Ende auch für den Staat teuer. Denn mit einer erneut einbrechenden Konjunktur bleiben auch Ertragssteuern aus“, erklärt die DIHK-Chefin.
Die Spritpreise steigen weiter, und sollte der Trend anhalten, könnte in dieser Woche beim Diesel ein neues Allzeithoch erreicht werden. Vom bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2022, kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, ist der Diesel nur noch 2 Cent entfernt. Wo Autofahrer kurzzeitig sogar für 1,20 Euro tanken konnten, zeigt die aktuelle Situation die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Entlastung.



