Ifo-Präsident warnt: US-Strafzölle könnten Deutschland in Rezession stürzen
Ifo-Präsident warnt vor Rezession durch US-Strafzölle

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat angesichts der drohenden neuen US-Zölle vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft gewarnt. Der Ökonom befürchtet ernsthafte Folgen, falls die Europäische Union ihrerseits Zölle auf US-Produkte erhebt. Gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärte Fuest: „Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.“

Hintergrund der Zollankündigung

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine deutliche Erhöhung der Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus der EU angekündigt. Die USA planen demnach, die Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EU von 15 auf 25 Prozent anzuheben. Die neuen Sätze sollen bereits ab kommender Woche in Kraft treten. Laut Fuest treffen diese Zollerhöhungen die deutsche Autoindustrie „in einer ohnehin schwierigen Lage“.

Betroffenheit der deutschen Wirtschaft

Deutschland ist für einen großen Teil der Autoexporte aus der EU verantwortlich und würde von höheren Zöllen vermutlich besonders hart getroffen werden. Eine Sprecherin der für die Handelspolitik zuständigen EU-Kommission erklärte am Samstag, man behalte sich „alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen“, sollten die USA die höheren Zölle tatsächlich einführen.

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Reaktionen aus der Politik

Jens Südekum, Ökonom und Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), riet der EU über die „Bild“-Zeitung dazu, zunächst abzuwarten. Zuerst solle geprüft werden, ob die angekündigten US-Zölle tatsächlich erhoben werden. Für den Fall ihres Eintretens empfahl Südekum Brüssel „angemessene Gegenmaßnahmen“.

Hintergrund des Handelskonflikts

Die EU und die USA hatten erst im September 2025 ein umfassendes Handelsabkommen für zahlreiche Bereiche geschlossen. Dieses sah unter anderem eine rückwirkende Senkung der Zölle für EU-Autoexporte in die USA von zuvor 27,5 Prozent auf 15 Prozent vor. Trumps jetzige Ankündigung erfolgte kurz nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den US-Präsidenten scharf kritisiert hatte. Trump forderte Merz daraufhin auf, sich auf die Beendigung des Ukrainekriegs zu konzentrieren, anstatt sich in die Angelegenheiten Irans „einzumischen“. Zudem solle Merz „sein marodes Land in Ordnung bringen“, erklärte Trump am Donnerstag.

Die Entwicklung gibt Anlass zur Sorge vor einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen der EU und den USA, der weitreichende Folgen für die globale Wirtschaft haben könnte.

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