Gianni Infantino, Präsident des Fußball-Weltverbands Fifa, hat die viel kritisierte Entwicklung der Ticketpreise für die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada verteidigt. Bei der Milken Institute Global Conference in Beverly Hills betonte er die Notwendigkeit von Marktpreisen in einem der teuersten Unterhaltungsmärkte der Welt.
Marktpreise für die WM
„Wir müssen den Markt betrachten – wir befinden uns in dem Markt, in dem die Unterhaltungsbranche weltweit am weitesten entwickelt ist. Deshalb müssen wir Marktpreise anwenden“, sagte Infantino vor Akteuren aus Finanzen, Politik und Wirtschaft. Er verwies darauf, dass selbst College-Spiele in den USA selten unter 300 Dollar zu haben seien. „Und das ist die Weltmeisterschaft“, fügte der Schweizer hinzu.
Infantino stellte zudem den Einfluss des Weiterverkaufsmarktes heraus: „Wenn man Tickets zu einem zu niedrigen Preis verkauft, werden diese zu einem viel höheren Preis weiterverkauft. Tatsächlich landen unsere Tickets auf dem Zweitmarkt zu Preisen, die mehr als doppelt so hoch sind wie unsere.“ Die Fifa verdient selbst an diesen Wiederverkäufen mit.
Millionenangebote für Finaltickets
In der vergangenen Woche wurden auf der Weiterverkaufsplattform der Fifa vier Tickets für das Finale am 19. Juli in New York für über zwei Millionen US-Dollar pro Stück angeboten. Infantino relativierte: „Wenn manche Leute Tickets für zwei Millionen Dollar anbieten, bedeutet das nicht, dass sie zwei Millionen Dollar kosten. Und es bedeutet nicht, dass jemand sie kaufen wird.“ Sollte dennoch jemand diesen Preis zahlen, versprach er scherzhaft: „Ich werde ihm persönlich einen Hotdog und eine Cola bringen, um sicherzustellen, dass er ein großartiges Erlebnis hat.“
Kritik von Fans
Die Fifa steht wegen der Ticketpreise massiv in der Kritik. Die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) reichte im März eine Klage bei der EU-Kommission ein. Während das teuerste Finalticket 2022 in Katar rund 1.600 Dollar kostete, liegt der Höchstpreis für das Endspiel 2026 bei etwa 11.000 Dollar. Infantino betonte, dass 25 Prozent der Gruppenspiele-Tickets unter 300 Dollar angeboten werden.
Hotelbuchungen bleiben hinter Erwartungen
Derweil bleiben die Hotelreservierungen in den USA rund einen Monat vor Turnierbeginn hinter den Prognosen zurück. Laut einem Bericht der American Hotel and Lodging Association (AHLA) gaben 80 Prozent der befragten Hotels in den elf WM-Ausrichterstädten an, dass die Buchungen unter den Erwartungen liegen. 65 Prozent nannten Visahürden und geopolitische Bedenken als Gründe. US-Präsident Donald Trump hat die Visabestimmungen verschärft, und die Eskalation bei ICE-Einsätzen verstärkt Sicherheitsbedenken.



