Chaos, Roller-Slalom, hupende Autos – wer in Peking fährt, braucht Nerven. Oder: MB.DRIVE ASSIST PRO. AUTO BILD fährt den neuen Super-Assistenten im elektrischen CLA EQ rund 30 Minuten durch den hektischen Pekinger Verkehr mit viel Chaos, Roller-Slalom und hupenden Autos. Ergebnis: überraschend unspektakulär. Und genau das ist die Sensation.
Der Mercedes-Autopilot fährt sich – kurz gesagt – verdammt normal
Schon nach wenigen Minuten entsteht Vertrauen. Das System zeigt im Display klar, was rund ums Auto passiert – Fußgänger, Autos, Roller, die wild um uns wuseln. Alles wird erfasst. Und dann fährt er einfach. Er nutzt auch kleine Lücken, reiht sich sauber ein und wird nicht zum Hindernis. So fühle ich mich schnell, als wäre ich nie woanders unterwegs gewesen. Auch in heiklen Situationen musste ich nicht eingreifen. Das Auto hat stets gemacht, was ich auch getan hätte, selbst in unklaren Momenten.
Was bemerkenswert ist: Der MB.DRIVE ASSIST PRO adaptiert dank KI und Fahrdaten anderer Verkehrsteilnehmer die Fahrweise der Pekinger Autofahrer. Wenn es nötig ist, kurz eine zusätzliche Abbiegerspur zu eröffnen, wird das gemacht. Das heißt auch, dass sich das System an seine Umgebung anpasst und in Peking anders reagiert als in Berlin oder New York.
Spurwechsel? Macht er selbst. Abbiegen? Kein Problem. Stop-and-go? Läuft.
Das Lenkrad bleibt dabei locker in der Hand, man führt nicht, man begleitet.
Mehr als nur Stadtverkehr
Der Clou: Das System kann nicht nur Peking-Chaos. Es fährt echte Strecken von A nach B. Route aufs Auto schicken, zurücklehnen (mit Händen am Lenkrad) und los. Theoretisch: einmal quer durchs Land. Peking bis Shanghai? Geht. Das ist kein Assistenzsystem mehr für einzelne Situationen, das ist durchgängiges Fahren mit Unterstützung.
Die Technik dahinter: Mercedes setzt auf Sicherheit statt Minimalismus
- 27 Sensoren (Kameras, Radar, Ultraschall)
- leistungsstarker Zentralrechner
- erkennt Ampeln, Spuren, Verkehr, Fußgänger
Und das Entscheidende: kooperative Lenkung. Heißt: Greift der Fahrer ein, bleibt das System aktiv. Kein Abschalten, kein erneutes Aktivieren. Das klingt unspektakulär, ist im Alltag aber sehr angenehm.
Und was ist mit Tesla?
Klar, Tesla war zuerst da. FSD („Full Self Driving“) kann ebenfalls durch Städte navigieren – zumindest überwacht. Aber: Der Ansatz ist ein anderer.
Tesla
- setzt fast nur auf Kameras
- will möglichst autonom wirken
- fährt teilweise offensiv, manchmal unberechenbar
Mercedes
- kombiniert Kameras, Radar und Ultraschall
- bleibt bewusst im „Hands-on“-Modus
- fährt ruhig, berechenbar, entspannt, aber „selbstbewusst“
Der Unterschied auf der Straße ist deutlich: Tesla fühlt sich oft an wie ein System, das beweisen will, was es kann. Mercedes fährt wie ein erfahrener Beifahrer, der einfach hilft.
Wann kommt das zu uns?
- China: schon verfügbar
- USA: im Laufe des Jahres 2026
- Europa: ab 2027 geplant
Der Grund: Gesetze – nicht Technik.
Fazit
Der bessere Autopilot? MB.DRIVE ASSIST PRO ist kein Show-System. Keine Spielerei. Er ist einfach da und fährt ziemlich perfekt. Und genau deshalb könnte er für viele der bessere Autopilot sein.



