Mercedes CLA mit Drive Assist Pro: Autonomes Fahren auf Level 2+ im Praxistest
Während in San Francisco bereits fahrerlose Waymo-Robotaxis zum Stadtbild gehören, testet Mercedes in Deutschland eine andere Form der automatisierten Mobilität. Der neue CLA mit dem Assistenzsystem Drive Assist Pro bewegt sich auf Level 2+ – teilautomatisiert, aber mit Fahrer am Steuer.
Hightech-Sensorik und immense Rechenleistung
Das Herzstück des Systems bildet ein beeindruckendes Sensorpaket: 27 Sensoren arbeiten rund um die Uhr, darunter zehn Kameras mit verschiedenen Brennweiten, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Besonders erwähnenswert ist das im Mercedes-Stern integrierte Radar mit 180 Metern Reichweite.
Die Datenverarbeitung übernimmt ein wassergekühlter Drive-Controller im Heck, der von Nvidia-Technologie angetrieben wird. Mit 254 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ermöglicht dieser Computer nicht nur extrem schnelle Reaktionen, sondern auch einen Fahrstil, der sich an erfahrenen menschlichen Fahrern orientiert.
Praxistest im urbanen Umfeld
Bei einer Demonstrationsfahrt mit Entwicklungsingenieur Matthias Kaiser zeigte der CLA bemerkenswerte Fähigkeiten. Enge Straßen, Radfahrer, Lieferverkehr, Ampeln und Spurwechsel – das System meisterte diese Herausforderungen souverän und ohne Hektik. Hindernisse wurden elegant umfahren, der Sicherheitsabstand konstant gehalten.
Interessant ist die Anpassungsfähigkeit des Systems an verschiedene Märkte: In Brasilien agiert es dynamischer, in Japan zurückhaltender und in Schweden gelassener. Diese lokale Anpassung zeigt, wie differenziert die Technologie bereits arbeitet.
Warum Mercedes auf Level 2+ setzt
Zwar bietet Mercedes mit Level 3 bereits höhere Autonomiestufen im EQS und der S-Klasse an, doch diese sind auf Autobahnen, bei maximal 95 km/h und gutem Wetter beschränkt. Zudem trägt hier der Hersteller die rechtliche Verantwortung – ein heikles Thema.
Level 2+ bietet dagegen praktische Vorteile: Es ist kostengünstiger, sicherer in der Umsetzung und behält den Fahrer in der Verantwortungspflicht. Der CLA mit Drive Assist Pro ist bereits in China erhältlich, die USA folgen 2026. Europa muss sich noch etwas gedulden.
Fazit: Ein Blick in die Zukunft der Mobilität
Der Mercedes CLA mit Drive Assist Pro demonstriert eindrucksvoll, wie nah teilautomatisierte Systeme bereits an echtes autonomes Fahren herankommen. Die Kombination aus hochauflösender Sensorik und massiver Rechenleistung ermöglicht ein Fahrverhalten, das in vielen Situationen menschliche Fähigkeiten erreicht oder sogar übertrifft.
Die Entwicklung zeigt deutlich: Mehr Autonomie erfordert mehr Rechenleistung – und mit Partnern wie Nvidia ist Mercedes hier auf einem vielversprechenden Weg. Der CLA beweist, dass Level 2+ nicht nur eine Übergangslösung ist, sondern bereits heute erstaunliche Fähigkeiten bietet.



