Renault Zoe im TÜV-Check: Elektroauto mit erheblichen Defiziten
Der Renault Zoe gilt seit seiner Markteinführung 2013 als wichtiger Pionier der Elektromobilität in Deutschland. Mit seinem günstigen Preis und dem optionalen Mietakku-Konzept half er maßgeblich dabei, E-Autos im Alltag zu etablieren. Doch der aktuelle TÜV-Report zeichnet ein gemischtes Bild des kleinen Stromers und offenbart mehrere kritische Schwachstellen.
Die Stunde der Wahrheit bei der Hauptuntersuchung
Bereits nach sieben Jahren muss mehr als jeder fünfte Renault Zoe zur Nachprüfung antreten. Die Hauptuntersuchung deckt dabei vor allem Probleme mit den Bremsen auf, die zu den größten Schwachstellen des Fahrzeugs gehören. Doch damit nicht genug: Die TÜV-Prüfer finden regelmäßig Mängel an weiteren zentralen Komponenten.
Technische Entwicklung und aktuelle Ausstattung
Zum Facelift im Jahr 2019 erhielt der Zoe moderne LED-Scheinwerfer und ein digitales Cockpit. Die Leistung stieg auf bis zu 135 PS, während größere Akkus mit 41 oder 52 Kilowattstunden Kapazität für Reichweiten von über 300 Kilometern im Realbetrieb sorgen. Allerdings basiert der Zoe technisch immer noch auf der Clio-Plattform, und das Ladekonzept mit maximal 50 Kilowatt Ladeleistung gilt heute nicht mehr als zeitgemäß.
Wichtiger Hinweis für Gebrauchtkäufer: Viele Modelle verfügen über Mietakkus, die zwar den Kaufpreis senken, aber monatliche Kosten zwischen 70 und 120 Euro verursachen – abhängig von der jeweiligen Laufleistung.
Platzangebot und Sicherheitsbedenken
Mit einer Länge von 4,09 Metern bietet der Renault Zoe überraschend viel Platz und transportiert vier Personen bequem. Allerdings gibt es Kritik an den Sitzen, die besseren Seitenhalt bieten könnten, und der allgemeinen Ergonomie. Besonders bedenklich: Nach einer Überarbeitung strich Renault die Kopfairbags, und in der Basisversion fehlen aktive Sicherheitsassistenten – ein Punkt, der im NCAP-Test kritisiert wurde.
Die häufigsten Probleme in der Werkstatt
Die TÜV-Prüfer identifizieren mehrere wiederkehrende Schwachstellen:
- Die Lager der Vorderachse zeigen frühzeitige Verschleißerscheinungen
- Unterforderte Bremsscheiben neigen zum Rosten
- Ladeprobleme mit verschiedenen Ursachen, darunter defekte Onboard-Lader
- Mängel an Lenkung und Lenkgelenken
- Unzureichende Funktion von Licht und Bremsanlage
Zudem gab es mehrere Rückrufe, die defekte Parkbremshebel, scheuernde Bremsschläuche und potenzielle Batterie-Brandgefahr betrafen.
Fazit: Leichtes Elektroauto mit schwerwiegenden Mängeln
Mit etwa 1,5 Tonnen gehört der Renault Zoe zu den leichteren Elektroautos. Dennoch scheint diese Masse für seine Achsenkonstruktion zu viel zu sein. Der TÜV-Report zeigt deutlich: Während der Zoe als praktischer Stadtstromer überzeugt, schneidet er bei der Hauptuntersuchung schlechter ab als viele andere Elektrofahrzeuge. Gebrauchtkäufer sollten diese Defizite unbedingt in ihre Kaufentscheidung einbeziehen und eine gründliche Überprüfung des Fahrzeugs vornehmen lassen.
Die Mängelliste des Renault Zoe im TÜV-Report unterstreicht, dass auch etablierte Elektroautos nicht vor technischen Schwächen gefeit sind und regelmäßige Kontrollen unerlässlich bleiben.



