Skoda erzielt Rekordergebnis trotz VW-Konzernkrise
Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda präsentiert sich als strahlender Lichtblick im angeschlagenen Mutterkonzern. Während der Volkswagen-Gesamtkonzern mit massiven operativen Verlusten kämpft, steigerte Skoda sein Ergebnis im laufenden Geschäft 2025 gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 8,6 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs parallel um 8,3 Prozent und überschritt erstmals die symbolträchtige Marke von 30 Milliarden Euro. Diese beeindruckenden Zahlen teilte das Unternehmen mit Hauptsitz in Mlada Boleslav mit, ohne jedoch konkrete Angaben zum Jahresüberschuss zu machen.
Erfolgsrezept: Effizienz, Motivation und Kundenorientierung
Skoda-Vorstandsvorsitzender Klaus Zellmer, der seit Juli 2022 die Geschicke des tschechischen Autobauers lenkt, zeigte sich in Prag über die übertroffenen Erwartungen erfreut. Der 58-jährige Manager nannte mehrere Schlüsselfaktoren für den anhaltenden Erfolg: „Wir verfügen nicht nur über ein extrem effizientes Geschäftsmodell, sondern auch über hochmotivierte Mitarbeiter“, betonte Zellmer. Entscheidend sei zudem die konsequente Ausrichtung an Kundenwünschen – unabhängig von der Antriebsart der Fahrzeuge.
Die strategische Flexibilität bleibe oberstes Gebot, so Zellmer weiter. Anders als Premium-Marken wie Porsche sei Skoda zwar nicht von den US-Importzöllen betroffen, da die Marke in Nordamerika nicht präsent ist. Allerdings habe man in der Vergangenheit bereits den russischen Markt verlassen und ziehe sich schrittweise aus China zurück. „Für uns wird das Wachstumszentrum der Zukunft eindeutig Indien sein“, erklärte der Vorstandschef die geografische Neuausrichtung.
Karoq-Nachfolger bestätigt: Weiterhin Fokus auf Verbrenner
Trotz eines gestiegenen Anteils von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden auf mehr als ein Viertel des Gesamtabsatzes setzt Skoda weiterhin klar auf Verbrennungsmotoren. Das Unternehmen hat beschlossen, einen Nachfolger für den erfolgreichen Kompakt-SUV Karoq in Tschechien zu produzieren. Das neue Modell soll in etwa zwei Jahren mit konventioneller und Hybrid-Variante auf den Markt kommen. „Das ist unsere direkte Reaktion auf die spürbare Verlangsamung der Transformation hin zu rein batterieelektrischen Fahrzeugen“, begründete Zellmer diese strategische Entscheidung.
Effizienzprogramm und geopolitische Risiken
Parallel zum Volkswagen-Konzern, der bis 2030 etwa 50.000 Stellen in Deutschland abbauen will, hat Skoda bereits vor drei Jahren ein eigenes Effizienzprogramm gestartet. Bis 2028 sollen 15 Prozent der Stellen in nicht direkt produktionsbezogenen Bereichen eingespart werden. Ein Teil dieser Einsparungen soll durch neue Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern wie der Künstlichen Intelligenz kompensiert werden.
Eine erhebliche Unsicherheit bleibt jedoch das aktuelle geopolitische Risiko durch den Iran-Krieg und die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Diese Faktoren könnten die globalen Lieferketten und damit auch die Produktion bei Skoda beeinträchtigen. Dennoch zeigt sich das tschechische Unternehmen mit seiner robusten Performance und klaren strategischen Ausrichtung gut gerüstet für die Herausforderungen der kommenden Jahre.



