Sony und Honda stoppen Afeela-Projekt: Elektroauto-Pläne vorerst gescheitert
Die ambitionierten Autopläne des japanischen Elektronik-Riesen Sony sind nach einem Strategiewechsel des Partners Honda vorerst gescheitert. Erste Elektrofahrzeuge unter dem Markennamen Afeela sollten ursprünglich in diesem Jahr an Käufer in den USA ausgeliefert werden. Doch jetzt teilte die Gemeinschaftsfirma Sony Honda Mobility mit, dass der Erstling Afeela 1 nicht auf den Markt kommen wird und auch die Entwicklung eines zweiten Modells eingestellt wurde.
Honda zieht sich aus Elektroauto-Projekten zurück
Honda hatte jüngst die eigenen Elektroauto-Pläne zurückgefahren und dabei auch zwei geplante neue Modelle gestrichen. Durch diese Entscheidung wird Sony Honda Mobility keinen Zugang zu einigen Technologien und Kapazitäten von Honda haben - und kann die Modelle nicht wie geplant auf den Markt bringen. Das Gemeinschaftsunternehmen wird aber im Gespräch mit Sony und Honda über zukünftige Pläne bleiben, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt.
Computer auf Rädern mit Sony-Technologie
Sony hatte den Einstieg ins Autogeschäft Anfang 2020 bekanntgegeben und seitdem zusammen mit Honda an den Afeela-Fahrzeugen gearbeitet. Zum innovativen Konzept gehörte, die Stärken von Sony bei Elektronik, Entertainment und Gaming - einschließlich der Playstation-Technologie - in einen Zukunftsmarkt einzubringen, in dem Autos als Computer auf Rädern gesehen wurden. Der Wagen mit dem Namen Afeela 1 sollte den Insassen auch Entertainment aus dem Sony-Konzern bieten. Noch vor wenigen Tagen hatten die Partner groß die Eröffnung eines Auslieferungszentrums in Kalifornien bekanntgegeben.
Trump bremste E-Auto-Geschäft in den USA aus
Doch das Geschäft mit Elektroautos in den USA erlebte einen drastischen Rückschlag. Präsident Donald Trump sorgte dafür, dass Klimaschutz-Vorgaben gestrichen wurden und ließ auch eine Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf von Elektrofahrzeugen abschaffen. Die Stromer-Verkäufe brachen danach massiv ein. Auch andere Unternehmen wie etwa die US-Autoriesen Ford und General Motors schraubten ihre Elektroauto-Projekte zurück, was die gesamte Branche unter Druck setzte.
Das Afeela-Projekt sollte eigentlich der erste große Vorstoß eines Elektronik-Konzerns in den Automarkt werden. Doch der Einbruch im US-Geschäft mit Elektroautos zieht nun dem ambitionierten Projekt von Sony und Honda den Stecker. Die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen den beiden japanischen Konzernen bleibt vorerst ungewiss, während sich der globale Elektroauto-Markt in einer Phase der Neuausrichtung befindet.



