Spritpreise: Nachbarländer holen auf - Deutschland verliert Spitzenposition
Spritpreise: Nachbarländer holen auf

Spritpreisentwicklung: Nachbarländer holen bei Preisanstieg auf

Die Spritpreisentwicklung in Deutschland zeigt eine bemerkenswerte Wende. Während zu Beginn des Iran-Krieges die Preise an deutschen Tankstellen deutlich schneller stiegen als in den Nachbarländern, hat sich dieser Trend inzwischen umgekehrt. Die Unterschiede zwischen Deutschland und seinen europäischen Nachbarn schrumpfen kontinuierlich, wie aktuelle Daten der EU-Kommission belegen.

Preisangleichung bei Superbenzin und Diesel

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Superbenzin und Diesel. In den ersten eineinhalb Wochen des Iran-Krieges hatten sich beide Kraftstoffe in Deutschland deutlich schneller verteuert als in den EU-Nachbarländern. Diese Diskrepanz nimmt nun stetig ab. Österreich, dessen Spritpreisregulierung Deutschland als Vorbild diente, hat den Unterschied im Preisanstieg nahezu aufgeholt.

Die wöchentlich von der EU-Kommission veröffentlichten Spritpreisdaten zeigen für Deutschland inzwischen nur noch bei Superbenzin den höchsten Preisanstieg im Vergleich zum 23. Februar, dem letzten Montag vor Kriegsbeginn. Am 9. März hatten die Daten für die meisten EU-Nachbarn noch um 11,8 bis 14,1 Cent langsamere Preisanstiege gezeigt, für Österreich um 5,2 Cent. Nun sind es nur noch 2 bis 7,3 Cent Unterschied.

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Dänemark überholt Deutschland bei Dieselpreisen

Bei Diesel hat Deutschland inzwischen nicht einmal mehr den höchsten Preisanstieg zu verzeichnen. Die Daten vom 23. Februar bis zum 16. März zeigen für Dänemark ein um 1,5 Cent höheres Plus als hierzulande. In Österreich ist der Anstieg nur noch um 0,5 Cent niedriger als in Deutschland, in den anderen EU-Nachbarländern um 2,2 bis 9,8 Cent. Vor einer Woche war die Spanne noch deutlich größer und reichte von 4,8 bis 21 Cent.

Ursachen für Preisunterschiede

Grundsätzlich unterscheiden sich die Spritpreise von Land zu Land erheblich. In Polen, Tschechien, Luxemburg, Belgien oder Österreich sind die Kraftstoffe auch nach der jüngsten Entwicklung deutlich günstiger als in Deutschland. Hinter diesen Unterschieden stehen vor allem verschiedene Steuern und Abgaben, die jedes Land individuell erhebt.

Teilweise existieren auch unterschiedliche Regulierungen zu Preisänderungen. Luxemburg und Belgien setzen beispielsweise auf Höchstpreise, während andere Länder andere Mechanismen verwenden. Diese Unterschiede haben seit langem Tanktourismus an vielen Grenzen gefördert, der durch die hohen Spritpreise und gestiegenen Preisunterschiede zuletzt zusätzlich befeuert wurde. Mit der aktuellen Angleichung wird die Fahrt über die Grenze wieder etwas weniger attraktiv.

Kritik an geplanter Spritpreisregulierung

Die aktuelle Entwicklung stützt zudem Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Spritpreisregulierung. Die Regierung plant unter anderem, die frühere österreichische Regelung zu übernehmen, nach der Spritpreise nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen. Dass der Preisanstieg in Österreich inzwischen fast genauso hoch ausfällt wie in Deutschland, passt zur Einschätzung vieler Experten, dass diese Regelung keine nachhaltig dämpfende Wirkung auf den allgemeinen Preisanstieg hat.

Österreich hat inzwischen reagiert und die Spritpreisbremse verschärft. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Wirksamkeit der geplanten deutschen Maßnahmen auf und zeigt, wie komplex die Regulierung von Kraftstoffpreisen in einem europäischen Kontext ist.

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