Spritpreise sinken dritten Tag in Folge - ADAC sieht weiter Luft nach unten
Spritpreise sinken dritten Tag in Folge - ADAC sieht Luft nach unten

Kraftstoffpreise im Sinkflug: Dritter Tag mit deutlichen Rückgängen

Die Spritpreise an deutschen Tankstellen setzen ihren Abwärtstrend fort. Nach bereits spürbaren Verbilligungen am Mittwoch und Donnerstag zeichnet sich auch am Freitag ein weiteres Minus ab. Der gesunkene Ölpreis kommt damit allmählich bei den Autofahrern an, wie aktuelle Daten des ADAC belegen.

Konkrete Preisrückgänge bei Diesel und Super E10

Am Donnerstag verzeichnete der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel einen Rückgang um 7,3 Cent auf 2,346 Euro pro Liter. Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich um 4,3 Cent auf 2,112 Euro pro Liter. Seit dem deutlichen Absturz des Ölpreises in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat Diesel damit insgesamt um 10,1 Cent pro Liter nachgegeben, während E10 um 7,6 Cent günstiger wurde.

Auch am Freitag setzte sich dieser Trend fort, obwohl beide Kraftstoffe zur Mittagszeit eine vorübergehende Verteuerung erfuhren: Diesel stieg um 10,1 Cent auf 2,386 Euro pro Liter, Super E10 um 9,5 Cent auf 2,169 Euro. Dennoch lagen die Preise sowohl vor als auch nach dieser Erhöhung niedriger als zum jeweils gleichen Zeitpunkt am Vortag.

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ADAC: „Weiterhin Luft nach unten“

Der ADAC sieht weiterhin Potenzial für zusätzliche Preisreduktionen. Experten hatten erwartet, dass es einige Zeit dauern würde, bis der niedrigere Ölpreis an den Zapfsäulen vollständig ankommt. Diese Verzögerung steht jedoch in der Kritik, da Preiserhöhungen in der Regel deutlich schneller an die Verbraucher weitergegeben werden.

Trotz der aktuellen Rückgänge bleibt das Tanken im Vergleich zur Zeit vor dem Kriegsbeginn Ende Februar deutlich teurer. Bei Diesel beträgt der Preisunterschied im Tagesdurchschnittspreis noch etwa 60 Cent, bei Superbenzin sind es gut 33 Cent.

Entwicklung hängt von Rohölpreisen und geopolitischer Lage ab

Die weitere Preisentwicklung wird in den kommenden Tagen maßgeblich von den Rohölpreisen und der geopolitischen Situation im Nahen Osten beeinflusst. Vor den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bewegte sich der Ölpreis am Freitag ohne drastische Schwankungen und blieb klar unter der Marke von 100 US-Dollar. Am Mittwoch war der Preis nach der Vereinbarung einer Waffenruhe bereits auf fast 90 Dollar gesunken.

Koalitionsdebatte über Entlastungsmaßnahmen

In der Bundesregierung dauert die Debatte über mögliche Entlastungen für die Bürger an. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte Vorschläge der SPD bei „Welt TV“ scharf: „Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind.“

Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil hat unter anderem eine Mobilitätsprämie oder eine zeitlich befristete Senkung der Energiesteuer vorgeschlagen. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen schlägt Klingbeil eine Übergewinnsteuer vor, die außergewöhnlich hohe Krisenprofite der Energiekonzerne abschöpfen soll. Zudem plädiert er für einen flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl. Die Spitzen von Union und SPD werden nach Angaben von Ministerin Reiche am Sonntag weitere Beratungen führen.

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